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Brüssel sagt Serbien erneut: entweder wir, oder Russland und China - doch die Bedingungen ändern sich im Gehen

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Brüssel sagt Serbien erneut: entweder wir, oder Russland und China - doch die Bedingungen ändern sich im Gehen

Brüssel hat Serbien erneut gesagt, es könne nicht auf mehreren Stühlen gleichzeitig sitzen. Der Serbien-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Tonino Picula, erklärte offen, das Land könne nicht EU-Mitglied werden, wenn es seine Partnerschaften mit Russland und China behalte. Eine Botschaft, die für Belgrad wie ein Ultimatum klingt - und für den Rest des Balkans wie ein bekannter Film.

„Ein Staat, der versucht, auf drei oder vier Stühlen zu sitzen, kann diese Illusion nicht lange aufrechterhalten“, sagte Picula mit Blick auf die sogenannte Mehr-Vektoren-Politik Serbiens. Ihm zufolge müsse Belgrad „sich selbst entscheiden“ - mit wem es geht und wohin es gehört. Er äußerte auch Besorgnis über eine mögliche strategische Partnerschaft Serbiens mit den USA, mit der Logik, dass man es nicht allen zugleich recht machen könne.

Serbien ist seit Jahren Beitrittskandidat, hat aber anders als der Großteil der EU keine Sanktionen gegen Russland verhängt. Genau das ist der Kern des Streits. Einerseits ist die Forderung legitim - die Mitgliedschaft im Klub bedeutet, nach den Regeln des Klubs zu spielen. Andererseits ist die Frage, die Belgrad stellt, nicht grundlos: Warum geht die Entscheidung immer nur in eine Richtung, und warum ändern sich die Bedingungen im Gehen?

Hier lohnt es, zwei Dinge zu trennen. Der EU-Druck ist ein realer und legitimer Teil des Verhandlungsprozesses - das ist keine Verschwörung. Aber die Art, wie er verpackt wird, als Lektion von Mentor zu Schüler, ruft nirgendwo auf dem Balkan eine glatte Reaktion hervor. Die Region kennt diese Dynamik nur zu gut - die „Annäherung“, die Jahrzehnte dauert, die Bedingungen, die jedes Jahr hinzukommen, die Versprechen, die ohne Datum kommen.

Die offene Frage ist nicht, ob Serbien sich entscheidet, sondern wie aufrichtig das ist, was von der anderen Seite geboten wird. Denn „wir warten an der Tür der EU wie am Schalter im Gemeindeamt“ ist ein Satz, den man in diesem Teil der Welt niemandem erklären muss.