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Pilates wurde Mode und zerfiel: warum Frauen zu Gewichten zurückkehren und was sich wirklich ändert

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Pilates wurde Mode und zerfiel: warum Frauen zu Gewichten zurückkehren und was sich wirklich ändert

Hailey Bieber war jahrelang das Gesicht von Pilates. Weniger als Sportlerin, mehr als Ästhetik - enge Kleidung, schlanker Körper, Studio voller Spiegel. Nun räumte sie in einem Interview mit „Time" ein, Pilates sei ihr „ein bisschen Mode" geworden und sie finde nur schwer Trainer, die wirklich auf Technik und Haltung achten. Sie trainiert mit Gewichten.

Das ist keine Absage an Pilates. Es ist das Eingeständnis, dass etwas, das zum Trend wurde, aufgehört hat, richtig gemacht zu werden - und das ist die interessantere Hälfte der Geschichte.

Was sich tatsächlich ändert, wenn man zu Gewichten wechselt

Trainer Rober Fitness erklärt, das Erste, was auffällt, sei die Zunahme der Muskelmasse, also Hypertrophie. Bei einer Person mit niedrigem Körperfettanteil zeigt sich das in der Silhouette: „Sie wird sich straffer, definierter fühlen." Der Schlüssel liegt in der progressiven Belastung - das Gewicht steigt, während sich der Körper anpasst.

Der zweite Effekt ist interessanter, weil man ihn nicht sieht. Muskeln sind aktives Gewebe und verbrauchen Energie, selbst wenn man sitzt, ruht oder schläft. Das nennen die Leute „schnellerer Stoffwechsel" - in Wahrheit ist es nur mehr Muskel, der mehr Brennstoff verlangt. Der dritte Effekt ist die Blutzuckerkontrolle: Muskeln nutzen Glukose als Energie, also hilft Kraft dem Körper, sie besser zu steuern.

Die Angst, die die Industrie lange am Leben hielt

Das Bild einer Frau, die Gewichte hebt, war jahrzehntelang mit großem Volumen verknüpft. In der Praxis hängt das Ergebnis von Last, Häufigkeit, Ernährung, Erholung und Genetik ab. Bei einer Frau mit schmalem Körperbau und niedrigem Fettanteil bedeutet mehr Muskel mehr Definition, nicht mehr Umfang. Wie viele Jahre wurden Cardiogeräte und „leichte Damenhanteln" auf Basis einer Angst verkauft, die keine Grundlage hatte?

Rober Fitness legt den Schwerpunkt woanders - auf Kraft nach der Geburt. Er spricht vom Beckenboden und vom Rumpf, aber auch von ganz alltäglichen Dingen: die Kraft zu haben, das Kind zu tragen, durch den Tag zu kommen, eine Phase aus Müdigkeit und Schlafmangel durchzustehen. „Am Ende: sich stark zu fühlen" ist ein zentraler Teil der Erholung.

Es gibt auch einen Teil, den man nicht sieht. Ein starker Muskel macht das Gelenk stabiler und sicherer, was die Bewegungskontrolle unterstützt und Knie, Hüften, Schultern und Rücken schützt. Das Training mit Last hilft zudem den Knochen, ihre Dichte zu halten - was mit den Jahren immer wichtiger wird, besonders in den Wechseljahren.

Hailey hat Pilates nicht aufgegeben - sie macht es weiterhin, zusammen mit Yoga und Mobilitätsübungen. Geändert hat sie die Reihenfolge. Und das ist die Lehre: Nicht die Disziplinen sind das Problem, sondern dass jede von ihnen zur Marke wurde, bevor sie zum Training wurde.