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Fünf Buchten, die man nicht mit dem Auto erreicht: der Filter, der besser funktioniert als jede Reservierung

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Fünf Buchten, die man nicht mit dem Auto erreicht: der Filter, der besser funktioniert als jede Reservierung

Es gibt eine Regel, die an jeder Küste der Welt gilt, auch an unserer: Die schönsten Strände sind die, die man nicht mit dem Auto erreicht. Der Naturpark Cabo de Gata in Almería, an der südöstlichen Küste Spaniens, ist ein Lehrbuchfall dieser Logik. Die besten Buchten verlangen einen Fußmarsch - keiner davon dauert länger als eine Stunde.

Cala de Enmedio liegt dreißig Gehminuten vom Dorf Agua Amarga entfernt, über die Calle del Depósito und den Hügel Del Cuartel. Am Ende erwartet einen ein 130 Meter langer Sandstrand, eingerahmt von ausgehöhlten weißen Felsen und Steinplattformen, die ins Wasser ragen. Die Farbe des Meeres wechselt von Türkis über Smaragd bis Flaschengrün. Maske und Schnorchel sind kein Vorschlag, sondern Bedingung.

Cala San Pedro erreicht man nur per Boot oder mit einer Stunde Fußweg über Küstenpfade von Las Negras aus. Die Bucht hat eine natürliche Süßwasserquelle - der Grund, warum sich hier jahrhundertelang Berberpiraten aufhielten. Darüber stehen noch die Ruinen der Festung San Pedro aus dem sechzehnten Jahrhundert, und auf den weißen Felsen bewirtschaften Menschen bis heute Gärten.

Cala de la Molata beginnt am Parkplatz von Playazo de Rodalquilar Richtung Las Negras. Hier ist der Fels gelb und buchstäblich mit Fossilien bedeckt, das Wasser hat Minzfarbe, und halb versunkene Felsformationen verbergen Meereshöhlen voller Seeigel und Fische.

Cala de los Toros liegt fünfzehn Minuten Abstieg vom Aussichtspunkt La Amatista entfernt und hat etwas, das in diesem trockenen Land wie ein Fehler wirkt - einen Wald aus Palmen und Kiefern. Der Sand ist schwarz, vor zehn Millionen Jahren von Vulkanen ausgeworfen, und im Wasser liegen Posidonia-Wiesen mit großen Zackenbarschen.

Cala Grande del Barronal erfordert fünfundvierzig Minuten Fußweg vom Parkplatz am Strand Los Genoveses, auf Pfaden entlang der Felskante. Aus dem Sand ragen Basaltsäulen - die vulkanische Vergangenheit wird hier nicht erklärt, sie ist einfach sichtbar.

Was diese Liste von hunderten ähnlichen unterscheidet, ist nicht die Schönheit. Schönheit gibt es überall. Der Unterschied ist, dass diese Orte gerade deshalb leer bleiben, weil sie etwas verlangen - eine halbe Stunde zu Fuß, Wasser im Rucksack und die Bereitschaft, den Parkplatz zu verlassen. Das ist ein Filter, der besser funktioniert als jede Reservierung.