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Eine Nacht mit 822 Drohnen: Russlands größtes Lager brennt, und Moskau zählt fremde Verluste

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Eine Nacht mit 822 Drohnen: Russlands größtes Lager brennt, und Moskau zählt fremde Verluste

Die Nacht über dem Moskauer Gebiet war eine der schwersten seit Kriegsbeginn. Hunderte ukrainische Drohnen flogen ins Herz der russischen Logistik, und am Morgen brannten Lagerhallen in Podolsk und Domodedowo - wenige Kilometer von einem der wichtigsten Moskauer Flughäfen entfernt. Das russische Verteidigungsministerium meldete, es habe über Nacht landesweit 822 Drohnen abgeschossen. Wenn der Angegriffene selbst diese Zahl nennt, ist die tatsächliche meist höher.

Der größte Schaden entstand am Wildberries-Lager im Industriegebiet Koledino in Podolsk. Kein zufälliges Ziel: Der Komplex umfasst über 200.000 Quadratmeter und ist das größte Lager des größten russischen Onlinehändlers. Kiew behauptet seit Wochen, über dieses Netz laufe auch militärische Ware, und behandelt es als Teil der Wirtschaftsmaschine, die den Krieg am Laufen hält.

Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, bestätigte den Tod eines 83-jährigen Mannes, dazu mehrere Verletzte in Podolsk. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, 600 Drohnen seien in Richtung der Region geflogen, 201 seien über dem Gebiet selbst abgeschossen worden. Wenn die Abwehr angeblich so gut funktioniert, warum brennen dann Lager und Häuser trotzdem?

Der Krieg ist ins Hinterland zurückgekehrt

Vier Jahre lang verkaufte Moskau die Erzählung, die Front sei weit weg, irgendwo im Donbass, und das Leben in der Hauptstadt könne normal weiterlaufen. Heute Nacht verlor dieses Argument ein weiteres Lager. Drohnen sind kein symbolischer Zwischenfall mehr, den eine Mitteilung wegwischt - sie treffen systematisch die Infrastruktur, die den Krieg bezahlt.

Auch nach dieser Nacht gab der Kreml keinen offiziellen Kommentar zu den Angriffen selbst ab; die Informationen stammen von lokalen Gouverneuren, russischen Kanälen und ukrainischen Quellen, die sich nicht unabhängig prüfen lassen. Das ist das Standardbild eines Krieges, in dem beide Seiten die Verluste des Gegners zählen und die eigenen abrunden.

Für einen Leser auf dem Balkan ist die Szene nicht fremd. Wir wissen, wie es aussieht, wenn die amtliche Mitteilung und das, was die Menschen vor Ort sehen, zwei verschiedene Ereignisse beschreiben. Der Unterschied ist, dass hier das Chaos in Tausenden Drohnen und Lagern von zweihunderttausend Quadratmetern gemessen wird - aber die Logik des Schweigens ist dieselbe.