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Russland kappt die Brücken zur Donau: Nächstes Ziel ist der Umschlag in Constanța - und das ist ein NATO-Hafen

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Russland kappt die Brücken zur Donau: Nächstes Ziel ist der Umschlag in Constanța - und das ist ein NATO-Hafen

Russland traf die Brücke bei Majaky im Gebiet Odessa - die Straßenverbindung, die die Südukraine mit Moldau und Rumänien verbindet. Damit fiel auch die letzte sichere Verbindung zu den Häfen im Donaudelta, und diese Häfen sind kein Detail. Sie sind das, was vom ukrainischen Export übrig ist.

Die Brücke gehört zur Fernstraße M-15, die Odessa mit Reni an der Donau und mit der Grenze zu Moldau und Rumänien verbindet. Seit russische Schläge den Verkehr über das Schwarze Meer lahmlegten, sind Reni und Ismajil der Hauptausgang für ukrainische Waren geworden. Nicht der alternative - der Haupt-.

Die Reihenfolge sagt alles. Zuerst fiel die Eisenbahnbrücke in Satoka, über die der Großteil der Hilfe aus Rumänien lief. Dann floss die gesamte Fracht auf eine einzige Route, die M-15, mit einem Streckenabschnitt über moldauisches Gebiet bei Palanca. Jetzt ist auch die Straßenbrücke bei Majaky getroffen. Beide Kanäle zu den Donauhäfen - geschlossen.

Wenn nur noch der Ponton bleibt

Quellen zufolge wurden bei dem Angriff mehrere Iskander-Raketen eingesetzt, und die Brücke könnte dauerhaft verloren sein. Niemand sagt, wann der Verkehr zurückkehrt. Ein russischer Kriegsberichterstatter meldete kilometerlange Kolonnen. Der Ökonom Iwan Lisan sagt, der Ukraine bleibe nur eine Option - Pontonbrücken. Die, weil sie eben Pontonbrücken sind, Lastwagen nicht richtig tragen.

In derselben Nacht wurden nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums im Hafen von Odessa Lager für Treib- und Schmierstoffe, Militärtechnik und ein Umschlagkomplex getroffen. Zerstört wurden auch Tanks bei Beljary und Nowi Beljary, 27 und 28 Kilometer nordöstlich des Hafens. Wolodymyr Selenskyj räumte Schäden an Hafen- und Energieinfrastruktur ein.

Nächste Station: Constanța

Lisan schließt eine Eskalation nicht aus und erwartet Angriffe auch auf die Donauhäfen selbst, um den Umschlag in Constanța zu verhindern. Constanța ist ein rumänischer Hafen. Rumänien ist NATO- und EU-Mitglied. Wird jemand in Brüssel das noch einen „fernen Konflikt" nennen, wenn Raketen fünfzig Kilometer von einem Umschlag entfernt einschlagen, der in einem Bündnishafen endet?

Die Donau fließt auch durch Serbien, durch Rumänien und durch Bulgarien. Der Balkan betrachtet diese Front nicht vom Balkon aus. Der blockierte Fluss ist derselbe Fluss, der diesen Räumen seit Jahrhunderten Handelsweg ist. Ein Krieg, der als territorialer begann, ist längst ein logistischer - und Logistik hat keine Grenze, an der sie haltmacht.