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Über 1.200 Menschen in Gostivar krank, Wasser aus dem Vardar in die Stadtleitung gepumpt: Wer trägt die Verantwortung?

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Über 1.200 Menschen in Gostivar krank, Wasser aus dem Vardar in die Stadtleitung gepumpt: Wer trägt die Verantwortung?

Über 1.200 Einwohner von Gostivar landeten innerhalb von drei bis vier Tagen mit denselben Symptomen beim Arzt - Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Schwäche. Die Lebensmittel- und Veterinäragentur (AHV) verbot, das Wasser aus der städtischen Leitung zu trinken. Und die Direktorin des Wasserwerks und der Bürgermeister? Sie beharren weiter darauf, es gebe keinen Beweis, dass das Wasser schuld sei.

Der Widerspruch ist krass. Auf der einen Seite eine Behörde, die wegen des Verdachts einer schweren Verunreinigung ein Trinkverbot ausspricht. Auf der anderen die Verantwortlichen für genau dieses Wasser, die es „verteidigen“ und alle bitten, auf das Labor zu warten. Wem soll ein Bürger von Gostivar vertrauen, während er die Flasche am Hahn füllt?

Was die Inspektion fand

Bei einer außerplanmäßigen Kontrolle der Fassung in Vrutok fanden Inspektoren eine unerlaubte Pumpe, die Wasser direkt aus dem Fluss Vardar in die Hauptleitung drückte, völlig ohne Genehmigung. Laut Polizei hatte der städtische Betrieb „Vodovod“ zusammen mit der Gemeinde Gostivar Pumpen in den Abwasserkanälen installiert und Wasser direkt in die Hauptleitung gepumpt, um den Druck zu erhöhen. Flusswasser - ungeklärt - landete im Trinksystem.

Die Direktorin des Wasserwerks, Artana Asani, behauptet, unter den Erkrankten seien auch solche, die nur Flaschenwasser tranken, und deutet an, die Ursache sei verdorbenes Essen oder die hohen Sommertemperaturen. Bürgermeister Valbon Limani erklärte, es gebe vorerst keinen offiziellen medizinischen oder Laborbeweis, dass die Magenprobleme vom Hahn kämen. Das Unternehmen „Komunalec“ wiederum beharrt darauf, die Pumpen seien nur kurz, am 25. und 26. Juni, zum Testen benutzt und sofort abgeschaltet worden.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Verunreinigung von Trinkwasser nach Artikel 219 des Strafgesetzbuchs. Endgültige Schlüsse stehen bis zu den Laborergebnissen und dem Abschluss der Ermittlung aus.

Doch auch ohne Labor ist eines klar: Jemand pumpte Vardar-Wasser in die Trinkwasserversorgung einer ganzen Stadt. Ob das nun die Ursache der Massenvergiftung ist oder nicht - allein die Tatsache, dass es möglich war, dass jemandes Antwort auf niedrigen Druck lautete, Wasser aus dem Fluss zu nehmen, sagt alles über den Zustand der kommunalen Infrastruktur. Und während die Verantwortlichen ihre Worte abwägen und auf Befunde warten, haben 1.200 Menschen in Gostivar bereits mit ihrer Gesundheit bezahlt. Wer trägt die Verantwortung?