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Dermatologin: Stress beschleunigt graue Haare tatsächlich, aber rund 70 Prozent der Geschichte sind Genetik

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Dermatologin: Stress beschleunigt graue Haare tatsächlich, aber rund 70 Prozent der Geschichte sind Genetik

Graue Haare entstehen nicht, weil das Haar „ergraut“. Es wächst einfach ohne Farbe nach. Das erklärt die Dermatologin Alba Gómez Subijaur, Leiterin der Haarabteilung am Instituto Médico Ricart, als Erstes: „Das Haar verdankt seine Farbe dem Melanin, einem Pigment, das von Zellen namens Melanozyten gebildet wird.“ Diese Zellen sitzen an der Wurzel jedes Follikels.

Mit den Jahren verringert oxidativer Stress - durch Sonne, Luftverschmutzung und chronischen Stress - die Aktivität der Melanozyten. Irgendwann hören sie auf, Pigment zu bilden, und das Haar aus diesem Follikel wächst farblos. Es ist also kein Haar, das seine Farbe verliert, sondern ein neues Haar, das nie eine hatte.

Die Genetik entscheidet, aber nicht allein

„Die Genetik ist der entscheidendste Faktor“, sagt Gómez Subijaur. Sie nennt eine grobe Aufteilung, mit dem Hinweis, dass sie weder exakt noch universell ist: etwa 70 Prozent Genetik und Alter, etwa 30 Prozent Lebensstil und Umwelt. Zu diesen 30 Prozent zählen chronischer Stress, da Cortisol die Melanozyten direkt beeinflusst, außerdem Tabak, Mangel an Vitamin B12, Kupfer und Zink, Schilddrüsenstörungen und Sonneneinstrahlung, die den oxidativen Stress erhöht. Die Gene bestimmen das Wann. Der Lebensstil bestimmt, ob der Prozess schneller oder langsamer verläuft als vererbt.

Macht Stress also wirklich grau? Die Dermatologin ist eindeutig: Die Behauptung, dass Stress das Ergrauen beschleunigt, „hat eine wichtige wissenschaftliche Grundlage“. Die Mütter, die sagten, ihre Kinder würden sie noch grau machen, lagen offenbar nicht weit daneben.

Was man tun kann

Die Strategie lautet, den oxidativen Druck auf die Melanozyten zu senken - von innen, aber auch von außen. Und zwar sofort, selbst wenn man noch kein einziges graues Haar hat. „Je früher man den angesammelten oxidativen Verschleiß des Follikels reduziert, desto länger bleibt die Melanozyten-Reserve aktiv“, erklärt sie. Die Ernährung sollte im wörtlichen Sinn bunt sein: Spinat, Brokkoli und Mangold für die Vitamine C und E, Folsäure und Lutein; Karotten, Mango und Orangen für Beta-Carotin; Tomaten, Erdbeeren und Wassermelone für Lycopin; Heidelbeeren, Trauben und Auberginen für Anthocyane; Knoblauch, Zwiebeln und Kohl für Allicin und Flavonoide. Von außen helfen gute Shampoos, Spülungen und Masken, die Fettschicht zu erhalten, die die Kutikula bedeckt und das Haar vor der Sonne schützt. Und Stressbewältigung ist wegen des Cortisols kein Luxus, sondern Teil der Therapie.

Gómez Subijaur empfiehlt außerdem zwei Nahrungsergänzungsmittel der Marke Olistic, mit der sie - das sollte man erwähnen - zusammenarbeitet. Das heißt nicht, dass die Ratschläge falsch sind. Aber den Teil über Tabletten sollte man mit etwas mehr Vorsicht lesen als den über Brokkoli.

Lässt sich Grau umkehren?

In den meisten Fällen nicht. Hat ein Melanozyt die Pigmentbildung dauerhaft eingestellt, bekommt dieses Haar seine Farbe nicht zurück, egal wie gut man den Rest der Haare pflegt. Ein graues Haar bleibt, bis man es abschneidet. Ausnahmen sind graue Haare mit einer konkreten, behebbaren Ursache, etwa einem akuten Nährstoffmangel oder einer sehr starken Stressphase: Dort ist eine teilweise Rückkehr des Pigments dokumentiert, sobald die Ursache beseitigt ist, allerdings nur in Einzelfällen. Auch manche Medikamente können vorübergehendes Ergrauen auslösen. Die Dermatologin bleibt dennoch optimistisch: Zahlreiche Studien arbeiten an der Regeneration der Melanozyten, und in einigen Jahren könnte die Antwort auf die Frage, ob Grau umkehrbar ist, anders ausfallen.

Bis dahin gilt die alte Regel: Wenn die Eltern früh ergraut sind, werden Sie es höchstwahrscheinlich auch. Die gute Nachricht: Immer mehr Frauen und Männer hören auf, ständig zu färben, und tragen ihr Grau mit Stolz. Vielleicht ist das die günstigste Behandlung von allen.