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Der Hof von Felipe und Letizia gibt 121.160 Euro aus, um zu wissen, was über ihn geschrieben wird

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Der Hof von Felipe und Letizia gibt 121.160 Euro aus, um zu wissen, was über ihn geschrieben wird

Der spanische Königshof hat gerade seinen Vertrag über die Lieferung von Zeitungen und Zeitschriften verlängert. Die Zahl ist nicht bescheiden: Der ursprüngliche Vertrag von Januar 2024 hatte einen Wert von 121.160 Euro, die Verlängerung bringt rund 5.000 dazu. Alles, damit eine Familie morgens lesen kann, was die Welt über sie schreibt.

Die Details sind die eigentliche Geschichte. Allein in Madrid werden jährlich 18.980 Exemplare nationaler Zeitungen, 5.110 ausländische Zeitungen und 3.358 Magazine mit wöchentlicher und monatlicher Erscheinungsweise geliefert. Dazu kommen 84 Abonnement-Zeitungen und 54 digitale Abos. Verbringt die Königsfamilie den Sommer in Marivent in Palma de Mallorca, reisen weitere 2.652 nationale Tageszeitungen, 588 ausländische und 360 Magazine mit.

Es gibt auch einen Zeitplan, der nicht gebrochen wird. Alle Ausgaben müssen werktags vor 7:30 Uhr im Zarzuela-Palast eintreffen, an Wochenenden und Feiertagen vor 8:00 Uhr, verpackt in beschriftete Säcke für jede Abteilung einzeln. Nicht nach dem Kaffee. Vor dem Kaffee.

Königin Letizia war Journalistin, bevor sie an den Hof kam, und diese Verbindung hat sie offensichtlich nicht gekappt. Im vergangenen Jahr sagte sie beim Besuch der bekannten Bücherstände an der Cuesta de Moyano in Madrid: "Viele Millionen von uns Spaniern können ohne Radio nicht leben. Ich wache nicht mit Weckern oder Geschrei auf. Ich öffne die Augen mit den Stimmen sehr freundlicher Menschen, die mir erzählen, wie das Leben läuft."

Ein schöner Satz. Dahinter steht aber eine Infrastruktur, die kaum jemand hat. Wenn eine Institution jährlich eine sechsstellige Summe ausgibt, nur um zu wissen, was über sie geschrieben wird, ist das keine Lesegewohnheit - das ist Monitoring. Der Unterschied zwischen einem Bürger, der Zeitung liest, und einem Hof, der 3.358 Magazine bestellt, ist der Unterschied zwischen Information und Beobachtung des eigenen Images.

Und hier der interessanteste Teil: 54 digitale Abos gegen fast 19.000 gedruckte Exemplare. Im Jahr 2026 verlangt eine Institution, die sich alles leisten kann, weiter Papier. Vielleicht, weil man auf Papier sieht, wie viel Raum man bekommen hat, auf welche Seite man gesetzt wurde und was man zu lesen versäumt hat. Der Algorithmus zeigt das so nicht.

Zählt bei uns jemand, wie viele Zeitungen in welche Büros gehen - und wer dieses Abo bezahlt?