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Vollmilch oder Magermilch: warum man uns jahrzehntelang den falschen Rat verkauft hat

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Vollmilch oder Magermilch: warum man uns jahrzehntelang den falschen Rat verkauft hat

Jahrzehntelang sagte man uns dasselbe: fette Milch ist der Feind, kauf Magermilch. Ganze Generationen in Mazedonien blieben mit dem Gefühl zurück, Vollmilch sei eine Sünde und Magermilch die gesunde Wahl. Jetzt dreht die Wissenschaft leise die Platte um, und die Frage ist, warum man uns so lange das Gegenteil verkauft hat.

Ernährungswissenschaftler erklären, dass die Beweise längst nicht mehr auf der Seite der Fettangst stehen. Laut einer systematischen Übersichtsarbeit der Universität Laval haben Menschen, die vollfette Milchprodukte konsumieren, nicht mehr Übergewicht, Diabetes oder Herzkrankheiten als jene, die Magermilch trinken. Die Fette in der Milch, sagen sie, sind bei Weitem nicht so schädlich, wie man uns glauben ließ.

Der Unterschied zwischen den drei Varianten - Vollmilch, fettarme Milch und Magermilch - ist kleiner, als Sie denken. Alle drei enthalten nahezu die gleiche Menge an Eiweiß, Kalzium und Mikronährstoffen. Der einzige wirkliche Unterschied liegt im Fett: Vollmilch hat rund 3,5 Prozent, fettarme 1,5 bis 2, und Magermilch fast null. Das ist alles - der Rest war Marketing.

Es gibt auch ein Detail, das selten erwähnt wird: Milchfett enthält eine komplexe Mischung aus über 400 verschiedenen Fettsäuren. Buttersäure hat entzündungshemmende Eigenschaften und Nutzen für die Darmgesundheit. Konjugierte Linolsäure zeigte in experimentellen Studien Effekte auf die Körperzusammensetzung. Und ungeradkettige Fettsäuren sind mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Wenn du Milch entrahmst, wirfst du nicht nur Kalorien weg - du wirfst auch die fettlöslichen Vitamine weg (A, D, E und K).

Heißt das, alle sollten sofort auf Vollmilch umsteigen? Nicht ganz. Wenn dein Ziel weniger Kalorien sind, ergibt Magermilch weiterhin Sinn. Aber wenn du keinen Grund hast, Kalorien zu zählen, gibt es auch keinen Grund, dir Geschmack und Nährwert der Vollmilch vorzuenthalten. Ein Glas Vollmilch sättigt mehr als ein Glas wässriger Magermilch - und der Körper nimmt die Vitamine leichter auf.

Die Lehre ist nicht „trink fett" und auch nicht „trink mager". Die Lehre ist, dass ein Ernährungsratschlag, den man uns jahrzehntelang als absolute Wahrheit servierte, sich als viel zu vereinfacht erwies. Wenn dir das nächste Mal jemand sagt, etwas sei „ungesund", lohnt es sich zu fragen - laut welcher Studie, und seit wann?