Skip to content

Vertrag für Skopje-Blace unterzeichnet: 222 Millionen Euro für eine Straße, die seit Jahren in Versprechen steckt

1 Min. Lesezeit
Teilen
Vertrag für Skopje-Blace unterzeichnet: 222 Millionen Euro für eine Straße, die seit Jahren in Versprechen steckt

Nach Jahren des Wartens ist der Vertrag zur Finanzierung des zweiten Abschnitts der Autobahn Skopje - Blace endlich unterzeichnet. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) stellt einen Kredit von 192 Millionen Euro bereit, zu dem weitere 30 Millionen Euro Zuschuss über das WBIF-Instrument hinzukommen - insgesamt rund 222 Millionen Euro für das Projekt.

Die Autobahn ist Teil des Korridors 6, der Skopje und Priština verbinden soll, und wird seit Jahren vor jeder Wahl in Versprechen genannt. Den Vertrag unterzeichneten Finanzminister Fatmir Besimi, Vertreter der EBWE und die Direktoren des Staatsstraßen-Unternehmens sowie von ESM, an der Unterzeichnung nahmen auch die Minister für Wirtschaft und Verkehr sowie der EU-Botschafter teil.

Neben der Straße umfasst dasselbe Finanzpaket auch den Bau von Solarkraftwerken in Oslomej und Bitola - das heißt, eine Unterschrift deckt Verkehrs- und Energieinfrastruktur zugleich ab. Besimi betonte, das Projekt sei „außerordentlich wichtig für die wirtschaftliche Anbindung an das Kosovo“, was auf dem Papier solide klingt.

Und hier kommt der Balkan-Reflex der Vorsicht. Ein unterzeichneter Vertrag ist nicht dasselbe wie eine fertige Straße - in dieser Gegend wissen wir nur zu gut, wie viele „begonnene“ Autobahnen jahrzehntelang als unfertige Rampen zwischen zwei Feldern stehen. 222 Millionen Euro sind ernstes Geld; die Frage ist, ob wir dafür in vertretbarer Zeit eine Autobahn bekommen oder noch eine Geschichte, in der sich die Fristen schneller bewegen als die Maschinen. Wir werden es verfolgen.