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Der neue US-Botschafter in Serbien hat eine Vergangenheit, die alte Balkan-Rechnungen weckt

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Der neue US-Botschafter in Serbien hat eine Vergangenheit, die alte Balkan-Rechnungen weckt

Der neue US-Botschafter in Serbien kommt mit einer Biografie, die alte Balkan-Fragen weckt. Michael Yang, nominiert von Präsident Donald Trump, arbeitete 1996 als Rechtsberater eines Kongress-Unterausschusses, der untersuchte, wie iranische Waffen über Kroatien zu den bosnischen Muslimen gelangten - während der Regierung von Bill Clinton.

Die Behauptung stammt von Sascha Jovičić, dem Direktor der Organisation „Serben für Trump", und sollte daher mit diesem Vorbehalt gelesen werden: Es ist eine parteiische Stimme, keine neutrale Quelle. Doch das historische Ereignis dahinter ist real. Im April 1996 leiteten, einem Bericht der Los Angeles Times zufolge, von Sprecher Newt Gingrich angeführte Republikaner eine Untersuchung ein, ob Washington eine stille Zustimmung - ein „grünes Licht" - gegeben hatte, dass iranische Waffen nach Bosnien gelangen.

Der Unterausschuss veröffentlichte daraufhin einen Bericht, der die Regierung für den Schaden an der diplomatischen Glaubwürdigkeit und für die Geheimhaltung gegenüber den eigenen NATO-Verbündeten kritisierte. Der Fall wurde mit der Iran-Contra-Affäre verglichen. Dreißig Jahre später kommt ausgerechnet der mit jener Untersuchung verbundene Mann als Botschafter nach Belgrad - und das lässt sich schwer als Zufall lesen.

Für die Region ist das nicht nur eine Personalmeldung. Die Wahl des Botschafters ist eine Botschaft darüber, wie Washington den Balkan sieht - welche Kapitel es öffnen will und welche Rechnungen noch offen sind. Ob die Ernennung ein Signal für einen Politikwechsel aus den Neunzigern ist oder nur eine symbolische Geste, wird sich daran zeigen, was Yang tut, nicht an dem, was über seine Vergangenheit geschrieben wird. Doch auf dem Balkan, wo die Vergangenheit selten Vergangenheit bleibt, sind solche Details nie zu vernachlässigen.