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Island: die Insel, auf der man zwischen zwei Kontinenten wandelt, während neues Land aus dem Ozean wächst

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Island: die Insel, auf der man zwischen zwei Kontinenten wandelt, während neues Land aus dem Ozean wächst

Es gibt Orte, die aussehen, als hätte die Natur ihr Erschaffen noch nicht beendet. Island ist genau so einer - eine Insel, auf der die Erde buchstäblich aufreißt, Eis und Vulkane sich dieselbe Landschaft teilen und vor unseren Augen neue Landstücke aus dem Ozean wachsen. Drei seiner Schätze hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, und jeder erzählt eine ganz andere Geschichte.

Der erste ist der Nationalpark Þingvellir. Hier wurde im Jahr 930 das Althing gegründet - eines der ältesten Parlamente der Welt. Doch der Park ist nicht nur wegen der Geschichte bedeutsam: Er liegt genau am Treffpunkt zweier tektonischer Platten, der nordamerikanischen und der eurasischen, sodass der Besucher buchstäblich durch sichtbare Spalten zwischen zwei Kontinenten wandelt. Etwa 45 Kilometer von Reykjavik entfernt, ist er Teil der berühmten Golden-Circle-Route, mit der kristallklaren Spalte Silfra, in der man zwischen zwei Welten taucht.

Der zweite ist Vatnajökull, der größte Nationalpark des Landes, der rund 14 Prozent der Fläche Islands bedeckt und 2019 Weltkulturerbe wurde. Seine Magie liegt im Kontrast - riesiges Eis auf der einen, aktive Vulkane auf der anderen Seite. Subglaziale vulkanische Aktivität formt die Landschaft ständig um, und Besucher kommen wegen der blauen Eishöhlen, des von Basaltsäulen umringten Wasserfalls Svartifoss und der Gletscherlagune Jökulsárlón mit ihren treibenden Eisbrocken.

Der dritte ist der ungewöhnlichste - die Insel Surtsey, die vor 1963 nicht existierte. Sie stieg nach einer jahrelang andauernden Vulkaneruption aus dem Ozean empor. Heute ist sie für die Öffentlichkeit gesperrt und nur Wissenschaftlern zugänglich, denn sie ist ein lebendiges Experiment: wie das Leben von Grund auf jungfräuliches Land erobert, von Bakterien und Pflanzen bis zu Vögeln und Insekten, ohne dass Menschenhand eingreift.

Für einen Balkan-Reisenden, der überfüllte Strände und immer dieselben Ziele gewohnt ist, ist Island eine Erinnerung daran, dass es Orte gibt, an denen die Natur noch das Sagen hat und der Mensch nur zusieht. Es ist nicht billig und nicht nah - aber manche Landschaften misst man nicht am Preis eines Flugtickets, sondern daran, wie lange sie dir nach der Rückkehr im Kopf bleiben.