Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Ein fünfzehnjähriger Junge auf dem Fahrrad, an einer Kreuzung in Ohrid von einem Auto erfasst, liegt schwer verletzt im Krankenhaus - und der Fahrer flüchtet vom Unfallort. Das ist keine abstrakte Verkehrsstatistik; das ist ein Kind, und ein Mann, der sich entschied weiterzufahren, statt anzuhalten und zu helfen.
Der Unfall geschah am 3. Juli gegen 17:20 Uhr an der Kreuzung des Boulevards „Makedonski Prosvetiteli" und der Straße „Dimitar Vlahov" in Ohrid. Der Jugendliche wurde mit schweren Verletzungen im Krankenhaus „St. Erasmo" aufgenommen. Die Polizei fand später den weißen Volkswagen Tiguan mit Ohrider Kennzeichen und nahm den Fahrer fest - einen 65-jährigen Rentner aus Ohrid. Ein Test ergab 0,7 Promille Alkohol im Blut.
Am Steuer saß also ein Mann, der nicht hätte fahren dürfen, der ein Kind anfuhr und - statt zu bleiben - floh. Jeder dieser drei Fakten ist für sich genommen schwer; zusammen zeichnen sie ein Bild einer bestimmten Haltung gegenüber dem Leben anderer, die hier leider keine Seltenheit ist. Wie oft haben wir denselben Satz mit einem anderen Straßennamen gelesen?
Die Ermittlungen führt die Ohrider Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft, und der Fahrer wird sich wegen Fahrerflucht mit schwerer Körperverletzung verantworten müssen. Das Gericht wird sein Urteil fällen, doch die offene Frage ist größer als ein Einzelfall: Was bringt einen Fahrer dieses Alters, mit Alkohol im Blut, dazu, Flucht für eine Option zu halten? Ein Teil der Antwort liegt darin, wie oft eine solche Flucht ohne echte Folgen bleibt. Ein Junge kämpft im Krankenhaus; das Mindeste, was wir ihm schulden, ist ein System, das ihn nicht als weitere Zeile im täglichen Polizeibericht behandelt.
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