Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Der Industrie in Mazedonien gehen still die Arbeiter aus, und das am stärksten dort, wo wir es uns am wenigsten leisten können - im Bergbau. Die Zahlen liegen vor, doch die Frage, die sie aufwerfen, will kaum jemand aussprechen.
Laut den am 3. Juli veröffentlichten Daten des Staatlichen Statistikamts sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie im Zeitraum Januar bis Mai 2026 um 3 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Der größte Rückgang liegt im Bergbau und der Steingewinnung - minus 7,3 Prozent, gefolgt von der verarbeitenden Industrie mit einem Minus von 2,5 Prozent. Die einzige helle Ausnahme ist der Sektor der Energieversorgung, der ein leichtes Plus von 1 Prozent verzeichnet.
Der Rückgang beschränkt sich nicht auf eine Ecke der Wirtschaft - er zieht sich durch fast alle Kategorien. Weniger Arbeiter gibt es in der Produktion von Investitionsgütern, bei langlebigen und kurzlebigen Konsumgütern, bei Vorleistungsgütern und bei Energiegütern. Wenn eine Wirtschaft an so vielen Fronten zugleich Arbeiter verliert, ist das keine zufällige Schwankung, sondern ein Trend, den man ernst nehmen sollte.
Und hinter der Zahl von 7,3 Prozent im Bergbau steckt die größere Geschichte verpasster Chancen. Seit Jahren spricht Mazedonien über neue Investitionen im Bergbausektor - Projekte wie die Mine bei Ilovica-Štuka - die zwischen Genehmigungen, Protesten und politischer Unentschlossenheit stecken bleiben. Das Ergebnis ist ein Sektor, der schwächelt und zugleich Arbeiter und Investoren verliert, während die Nachbarn genau das Geld anziehen, das bei uns direkt an der Tür vorbeigeht.
Die Frage, die die Statistik nicht beantwortet, ist einfach: Wohin gehen diese Arbeiter? Ein Teil wechselt wohl in Dienstleistungen, ein Teil ins Ausland, wohin ohnehin jedes Jahr Tausende gehen. Wenn der Industrie - dem Fundament jeder realen Wirtschaft - die Arbeiter ausgehen, ist das keine Zahl für eine Fußnote in einem Bericht, sondern ein Signal, dass im Modell etwas nicht funktioniert. Und während die Regierung sich der Stabilität rühmt, schreibt die Statistik still eine andere Geschichte.
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