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Sechzehn Festnahmen in vierundzwanzig Stunden, alle wegen Drogen: Die Polizei arbeitet - aber woher kommen so viele Leute?

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Sechzehn Festnahmen in vierundzwanzig Stunden, alle wegen Drogen: Die Polizei arbeitet - aber woher kommen so viele Leute?

Sechzehn Personen in vierundzwanzig Stunden festgenommen, alle wegen derselben Sache - bei Durchsuchungen gefundene Drogen. Bitola, Prilep, Tetovo, Kumanovo, Ohrid, Skopje, die Gegend um Berovo. Das ist keine Großrazzia. Das ist Routine.

Die Zahlen im Polizeibulletin sind völlig konkret. In Skopje drei Festnahmen, gefunden wurden Marihuana und eine weiße pulverförmige Substanz. Auf der Fernstraße Ohrid - Kičevo, an der Stelle „Petlja“, wurde bei der Kontrolle eines Wagens mit Ohrider Kennzeichen Marihuana bei einem 43-Jährigen beschlagnahmt. In der Ilindenska-Straße in Tetovo ein weiterer, in der Straße 29. November in derselben Stadt noch einer - neunzehn Jahre alt. In Kumanovo, in Trizla bei Prilep, in einem Gastronomiebetrieb in der Bitolaer Debarca-Straße, auf einem Feld beim Dorf Bratindol. Und fünf Personen auf einmal am Ort „Suvi Laki“ bei Berovo, alle aus verschiedenen Städten, alle in einem Auto.

Dieses letzte Detail sollte man zweimal lesen. Ein Fahrer aus einem Dorf bei Gostivar, Mitfahrer aus Radoviš, Strumica und noch einmal Radoviš - fünf Menschen aus vier Orten, zusammengepfercht in einem Fahrzeug an der Grenzlinie, um 22:20 Uhr. Die Polizei meldet es als gewöhnliche Kontrolle mit Marihuana-Fund. Was fünf Männer aus halb Mazedonien zu dieser Stunde an diesem Ort suchten, steht nicht im Bulletin.

In derselben Nacht wurden im Dorf Bansko bei Strumica auf richterliche Anordnung zwei Häuser durchsucht und zwei Bewohner im Alter von 23 und 26 Jahren festgenommen. Wieder Marihuana. Und wieder: „Nach vollständiger Dokumentation der Fälle folgen entsprechende Anzeigen“ - eine Formulierung, die das Innenministerium so präzise wiederholt, dass sie längst wie ein Stempel klingt und nicht mehr wie ein Satz.

Damit sind wir bei der eigentlichen Frage. Jeden Tag liefert das Bulletin ein Dutzend Namen, reduziert auf Initialen und Lebensalter, jeden Tag denselben Schlusssatz über kommende Anzeigen. Wie viele dieser Anzeigen führen zu einem Urteil? Wie viele enden mit einer Strafe, die jemanden zum Nachdenken bringt? Das veröffentlicht niemand mit derselben Begeisterung wie die Festnahme.

Denn die Zahl sechzehn ist eine doppelte Nachricht. Die eine: Die Polizei arbeitet - Streifen, Durchsuchungen und Gerichtsbeschlüsse funktionieren offensichtlich. Die andere, unangenehmere: Es gibt so viele Menschen zu verhaften, jeden Tag, in einem Land mit zwei Millionen Einwohnern. Wenn jede Nacht sechzehn liefert, dann liegt das Problem nicht in der Zahl der Einsätze, sondern in der Größe des Beckens, aus dem geschöpft wird.