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Arzt kündigt Hungerstreik nach dritter Ablehnung an: Die Mitteilung kam per E-Mail, ohne Rechtsbehelfsbelehrung und ohne Begründung

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Arzt kündigt Hungerstreik nach dritter Ablehnung an: Die Mitteilung kam per E-Mail, ohne Rechtsbehelfsbelehrung und ohne Begründung

Der Arzt Darko Vasilevski hat einen Hungerstreik angekündigt. Nicht wegen des Gehalts, nicht wegen eines Tarifvertrags - sondern weil er zum dritten Mal in einem öffentlichen Auswahlverfahren abgelehnt wurde, und er sagt, der Grund sei sein Alter.

Die Ausschreibung ist konkret: öffentliche Ausschreibung 01/2026 für zwei Ärzte in unbefristeter Anstellung am Institut für medizinische und experimentelle Physiologie mit Anthropologie der Medizinischen Fakultät in Skopje, Teil der Universität Sts. Kyrill und Method. Vasilevski schickte einen offenen Brief an das Dekanat der Fakultät, an das Gesundheitsministerium und an das Bildungsministerium.

Was er über das Verfahren selbst sagt, ist der konkreteste Teil der ganzen Geschichte. Die Mitteilung über die ausgewählten Kandidaten habe er per E-Mail erhalten - ohne Rechtsbehelfsbelehrung und ohne Erläuterung, nach welchen Kriterien die anderen ausgewählt wurden.

Die zwei Sätze, ohne die es kein Verfahren gibt

Wenn das zutrifft, muss das Problem gar nicht das Alter sein. Eine Rechtsbehelfsbelehrung bedeutet, dass der Bewerber weiß, wo und binnen welcher Frist er Einspruch erheben kann. Eine Begründung bedeutet, dass er weiß, woran er gescheitert ist. Ohne diese beiden Elemente ist das Verfahren formal abgeschlossen und inhaltlich unlesbar - und ein unlesbares Verfahren lässt sich weder verteidigen noch anfechten.

Vasilevski sagt, er habe schon bei seiner ersten Bewerbung 2022 die Nachricht bekommen, er sei „zu alt“ und gehöre dort nicht hin, und vier Jahre später sei bei derselben Stelle das Alter erneut erwähnt worden. Das ist seine Darstellung und sie steht so, bis die Fakultät antwortet. „Das Lebensalter ist kein Einstellungskriterium, sondern eine Grundlage für Diskriminierung“, schreibt er in dem Brief.

„Ich verlange keinerlei Privilegien. Ich verlange die gleiche Chance. Ich verlange ein faires Verfahren, die Anerkennung von Leistung, gleiche Bedingungen, klare Kriterien und ein transparentes Verfahren, in dem Wissen, Fachkompetenz, Berufserfahrung und Leistungen die Auswahl bestimmen“, heißt es in dem Brief.

Und dann ist da der stille Hintergrund. Mazedonien verliert seit Jahren Ärzte ans Ausland, während Institutionen routinemäßig über Personalmangel klagen. Wenn ein Facharzt, der private Mittel in seine eigene Weiterbildung gesteckt hat, dreimal ohne Begründung aus einem Verfahren zurückgeschickt wird - dann ist das ein Befund über das System, unabhängig davon, ob seine eigene Erklärung für den Grund stimmt.

Die Antwort, die jetzt fehlt, ist eine einzige und eine einfache: Nach welchen Kriterien wurden die zwei Eingestellten ausgewählt? Das ist keine vertrauliche Information - das ist der Inhalt jeder öffentlichen Ausschreibung. Solange dieser Satz fehlt, ist der Hungerstreik das einzige Werkzeug, das dem Mann bleibt, der danach fragt.