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Wenn zwischen die Zähne keine vier Finger passen, sagt der Kiefer etwas: Der Test dauert fünf Sekunden

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Wenn zwischen die Zähne keine vier Finger passen, sagt der Kiefer etwas: Der Test dauert fünf Sekunden

Der Test dauert fünf Sekunden und braucht weder Arzt noch Gerät: Mund so weit wie möglich öffnen und versuchen, vier Finger senkrecht zwischen die Schneidezähne zu schieben. Passen vier, arbeitet der Kiefer, wie er soll. Passen nur zwei oder drei, ist die Öffnung eingeschränkt, und das ist ein Zeichen, es beim Facharzt prüfen zu lassen. So einfach, und fast niemand macht es - weil der Kiefer das einzige Gelenk im Körper ist, das wir den ganzen Tag benutzen und an das wir nie denken.

Physiotherapeut Carlos Trigo sagt den Satz, der das ganze Bild verändert: Es muss nicht stark wehtun, damit ein Problem besteht. „Die Beschwerden entwickeln sich schleichend und werden Stress oder Nackenschmerzen zugeschrieben, während die Quelle der Kiefer selbst ist“, sagt er. Auch deshalb gehen Menschen jahrelang zum falschen Facharzt - der Nacken wird behandelt, der Kopfschmerz wird behandelt, und das Gelenk, das beides erzeugt, bleibt ununtersucht.

Die Ursachen sind banal alltäglich. Bruxismus, also Pressen und Knirschen mit den Zähnen, Stress, gestörter Schlaf und Gewohnheiten wie langes Kaugummikauen belasten das Gelenk. Ein großer Teil des Pressens geschieht nachts, wenn niemand sich kontrollieren kann, und tagsüber, wenn niemand merkt, dass er es tut.

Die Liste der Anzeichen, die Trigo nennt, sollte man langsam lesen: Steifheit oder Müdigkeit im Kiefer am Morgen, Ermüdung beim Kauen, Schwierigkeiten, den Mund ganz zu öffnen, Schmerz, der zu Schläfen, Ohren oder Nacken ausstrahlt, häufige Kopfschmerzen und Abrieb an den Zähnen. Knacken allein ist kein Alarm - es wird einer, wenn es mit Schmerz oder eingeschränkter Bewegung kommt.

Wann lohnt der Gang zum Facharzt? Wenn die Beschwerde Tage oder Wochen anhält, wenn sie ständig zurückkehrt, wenn sie beim Essen oder Sprechen stört, wenn sie die Mundöffnung einschränkt oder wenn sie zusammen mit Kopf- und Nackenschmerzen auftritt. Bei uns heißt das gewöhnlich, dass man zuerst eine Schmerztablette kauft und wartet, dass es vergeht - und im nächsten Monat wieder wartet.

Die gute Nachricht: Die Lösung ist selten dramatisch. „Eine personalisierte konservative Behandlung erzielt deutliche Besserung ohne invasive Eingriffe“, sagt Trigo - vorausgesetzt, man findet, was das Pressen tatsächlich auslöst. Genau dieser Teil wird am häufigsten übersprungen: Das Gelenk wird behandelt, die Ursache, meist Stress und schlechter Schlaf, bleibt unangetastet. Die Frage ist nicht, ob der Kiefer schmerzt, sondern warum der Körper seit Monaten etwas zusammenpresst, worum ihn niemand gebeten hat.