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Chento schickt seine Baracken in die Geschichte: Neue Schule mit 30 Klassenzimmern für 170 Millionen Denar

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Chento schickt seine Baracken in die Geschichte: Neue Schule mit 30 Klassenzimmern für 170 Millionen Denar

Das neue Gebäude der Grundschule „Krste Petkov Misirkov“ im Skopjoter Stadtteil Chento, Gemeinde Gazi Baba, ist in Betrieb. Es hat zwei Stockwerke, 30 Klassen- und Fachräume auf 3.128 Quadratmetern und ist barrierefrei für Schüler mit Behinderung. Die Investition beträgt 170 Millionen Denar. Laut Bürgermeister Boban Stefkovski bietet die Schule Platz für 713 Schüler.

Die neue Schule ersetzt Gebäude, in denen jahrzehntelang in Baracken unterrichtet wurde. „Bis vor ein paar Jahren gab es hier nur Baracken, die praktisch seit dem Erdbeben hier standen, 50 Jahre und mehr, die Kinder lernten unter, sagen wir, unzumutbaren Bedingungen“, sagte Premierminister Hristijan Mickoski bei der Eröffnung. Bildungsministerin Vesna Janevska erklärte: „Der Moment ist gekommen, dass die Baracken hinter uns in die Geschichte eingehen.“

Ein halbes Jahrhundert Baracken in der Hauptstadt ist eine Tatsache, die im Applaus nicht untergehen darf. Die Provisorien in Chento hielten länger als das Berufsleben der meisten Lehrer, die darin unterrichteten. Das neue Gebäude ist willkommen. Es erinnert aber auch daran, wie lange eine Regierung nach der anderen das für normal hielt.

Mickoski nutzte die Eröffnung auch für eine größere Botschaft: Die Regierung arbeite gemeinsam mit den Gemeinden an mehr als 1.200 Projekten, finanziert über Transfers aus dem Zentralhaushalt. Janevska sagte, in zwei Jahren würden 90 Projekte im Wert von 70 Millionen Euro umgesetzt, die Hälfte über das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, die andere Hälfte über den Regierungsaufruf für kommunale Kapitalprojekte.

Ganz fertig ist die Schule trotzdem nicht. Der Premier zählte selbst auf, was fehlt: „im Frühling soll es grün werden, der Zaun ausgetauscht werden, vielleicht der Parkplatz für die Angestellten“. Die Eröffnung fällt in ein Schuljahr, das mit rund 238.000 Schülern begann, mit 433 Klassen weniger, während für mehrere Dorfschulen die Schließung angekündigt ist, weil Schüler fehlen. Chento hat moderne Klassenzimmer bekommen. Hat der Staat auch einen Plan für die Orte, an denen bald niemand mehr da ist, der darin sitzt?