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Die Stadtbahn befördert 300 bis 500 Fahrgäste am Tag, und Nikoloski zählt sie als ebenso viele Autos weniger in Skopje

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Die Stadtbahn befördert 300 bis 500 Fahrgäste am Tag, und Nikoloski zählt sie als ebenso viele Autos weniger in Skopje

300 bis 500 Fahrgäste pro Tag. So viele fahren laut Vizepremier und Verkehrsminister Aleksandar Nikoloski mit der Stadtbahn auf der Linie Zelenikovo - Neuer Bahnhof, die am 1. September startete, termingerecht wie versprochen. Nikoloski machte aus der Zahl sofort einen Sieg über die Luftverschmutzung: „Das sind 300 bis 500 Fahrzeuge weniger im Stadtzentrum. Das sind 300 bis 500 freie Parkplätze mehr.“

Die Rechnung ist schöner als die Wirklichkeit. Ein Fahrgast ist kein Auto. Ein Teil dieser 300 bis 500 Menschen ist vielleicht früher selbst gefahren, ein anderer Teil vielleicht mit dem Bus, dem Kleinbus oder auf dem Beifahrersitz bei jemandem. Wie viele Autos tatsächlich aus dem Zentrum verschwunden sind, hat niemand gemessen - zumindest nicht öffentlich. Der Zug ist willkommen. Aber 500 Fahrgäste am Tag in einer Stadt mit rund einer halben Million Einwohnern sind keine Wende, sondern ein Anfang.

Woher die Autos kommen

Nikoloski lieferte das größere Bild selbst: Rund 30 Prozent des Verkehrs kommen aus westlicher Richtung Tetovo - Gostivar nach Skopje, 30 Prozent aus Veles, jeweils etwa 20 Prozent aus Kumanovo und aus Richtung Pristina. Zwei weitere Stadtbahnlinien sind in Planung, angekündigt ist auch eine Stadtbahn für Kumanovo. Ein Fernzug Pristina - Skopje sei sicher, sagt der Minister - sofern die kosovarische Seite die Strecke saniert.

150 Elektrobusse, Skopje wollte 250

Der zweite Trumpf sind die Elektrobusse. Beschafft werden 150 Busse, die ersten sollen laut Nikoloski im Januar eintreffen, obwohl der Anfang September unterzeichnete Vertrag eine Lieferfrist von sechs Monaten vorsieht. Skopje hatte 250 Busse beantragt, die Gemeinden außerhalb Skopjes 89. Busse bekommen auch Kumanovo, Štip, Strumica, Gevgelija, Kavadarci, Prilep, Bitola, Ohrid, Gostivar und Tetovo. „Mehr gab das Budget nicht her“, so der Minister.

Auf die Kritik zivilgesellschaftlicher Organisationen am Beschaffungspreis antwortete Nikoloski, die Vergleiche seien ein „Manipulationsversuch“, weil Elektrobusse mit Erdgasbussen verglichen würden. Zagreb habe für eine ähnliche Summe nur 62 Elektrobusse gekauft. Mag sein. Doch wer Kritik mit „Manipulation“ abtut statt mit veröffentlichten Zahlen zum Preis pro Bus, lässt die Bürger mit dem Wort des Ministers allein. In Skopje, wo jeden Winter gemessen wird, wie schmutzig die Luft ist, ist der eigentliche Test nicht die Pressekonferenz - sondern ob die Busse im Januar wirklich durch die Straßen fahren.