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Sedmica an der griechischen Botschaft schließt nach 39 Jahren: Und ein Skopjer Wahrzeichen ist still gegangen

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Sedmica an der griechischen Botschaft schließt. Der Ort, der seit fast vier Jahrzehnten Teil der Erinnerung der Skopjer ist, wird nicht mehr jeden Morgen seine Türen öffnen. Die Marke lebt an zwei anderen Standorten in der Stadt weiter - aber jenes erste, mit dem Hamburger, für den es in Skopje einen Spruch gibt, ist nicht mehr da.

Sedmica eröffnete 1987. In einer Epoche, als sich die Identität der Stadt um wenige einfache Dinge baute: ausgehen auf ein Bier, auf dem Bordstein sitzen, und ein langsames Abendessen mit Grill. Der Sandwichladen wurde Teil dieses Ökosystems. Es war kein Luxusort. Er war einfach und konsequent. Das hat ihn legendär gemacht.

In den sozialen Medien begann seit gestern eine fast vergessene Form Skopjer Schreibens: die Leute teilen Erinnerungen. Der letzte Abend vor dem Maturaball, ein erstes Date mit jemandem, ganze Generationen, die vom Gymnasium an die Universität gingen und dieselbe Routine vollzogen - parken, hineingehen, bestellen, an einem kurzen Tisch essen. Diese Erinnerungen tragen jetzt auch ein besonderes Gefühl: dass ein kleiner Ort beschlossen hat, leise zu gehen.

Es schließt nicht nur Sedmica. Ganz Skopje verändert sich. Das alte Zentrum verliert über die Jahre die Orte, die seinen Geist definiert haben. Zuerst war es "Central" im GTC. Dann "Cafe Bouvar". Jetzt Sedmica. Kleine Cafés und Sandwichläden, die kein großes Geschäft machten, aber das Heimgefühl der Stadt schufen.

Die Eigentümer sagen, die Marke werde an den beiden anderen Standorten weiterleben. Derselbe Hamburger. Dieselbe Botschaft. Das ist gut für das Geschäft. Aber für die Identität eines Ortes ist es nicht dasselbe. Sedmica an der griechischen Botschaft war nicht nur ein Lokal. Es war die Adresse einer Schicht von Skopje, die sich langsamer verändert als die Gebäude.

Die Frage, die für die Stadt bleibt: wie viele weitere solche Orte werden wir verlieren, bevor wir zugeben, dass die "Renovierung" des Zentrums auch die Trennung von der Geschichte bedeutet?