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Türkei unterzeichnet zweiten Verteidigungspakt - als NATO-Mitglied: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle drei

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Türkei unterzeichnet zweiten Verteidigungspakt - als NATO-Mitglied: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle drei

Die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien haben ein Abkommen über gegenseitige Verteidigung unterzeichnet, das nach demselben Prinzip funktioniert wie Artikel 5 der NATO. Ein Angriff auf einen der drei gilt als Angriff auf alle drei. Das Abkommen wurde am Freitag unterzeichnet und trägt den Namen Mekka-Abkommen über gemeinsame Verteidigung.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan erklärte sofort, was alle dachten. Der Pakt richte sich nicht gegen Iran, sagt er. Es sei eine allgemeine Verpflichtung zu sicherheitspolitischer Unterstützung, kein Bündnis gegen ein bestimmtes Land.

Drei sunnitische Staaten, besorgt über iranische Raketenangriffe auf Ölexporteure im Persischen Golf, unterzeichnen ein gemeinsames Verteidigungsabkommen - und müssen anschließend klarstellen, dass es nichts mit Iran zu tun hat. Wenn die Klarstellung nötig war, ist die Antwort offensichtlich.

Fidan sagt, Ziel sei die Stärkung gemeinsamer Abschreckung gegen jeden Akt der Aggression. Er kündigte zudem an, Erdoğan wolle das Bündnis erweitern; als möglicher Kandidat wird Ägypten genannt. Die Türkei erklärt, sie bleibe auch für andere Länder der Region offen, dies ersetze aber keine bestehenden Bündnisse.

Hier kommt das Detail, das man festhalten sollte. Fidan erinnerte daran, dass die NATO 32 Länder zählt, während dies, wie er sagte, sehr bescheidene, aber konkrete Schritte seien - und dass sie zwei Jahre und acht Monate gedauert hätten.

Warum uns das betrifft

Die Türkei ist NATO-Mitglied. Dieselbe Türkei hat nun eine zweite Verteidigungsverpflichtung, unterzeichnet mit einem Land, das über Atomwaffen verfügt, und mit dem größten Ölexporteur der Welt. Das Abkommen sieht ein Ministerkomitee nach NATO-Vorbild mit Sitz in Saudi-Arabien vor. Operative Details werden bei der ersten Sitzung geklärt.

Die Struktur existiert also, bevor es den Inhalt gibt. Das ist der klassische Zug von jemandem, der den Rahmen bereithalten will für den Moment, in dem er ihn braucht.

Der Balkan hat lange Übung darin, solche Züge zu lesen. Ein Land, das in einem Bündnis ist und ein zweites unterzeichnet, tut das selten, weil das erste hervorragend funktioniert. Erdoğan testet seit Jahren die Geduld der NATO - von russischen Raketensystemen bis zu Vetos gegen die Erweiterung.

Baut Ankara einen Ersatzplan oder übt es nur Druck auf die Verbündeten aus? Die Antwort werden wir kennen, wenn zum ersten Mal etwas passiert und die Türkei entscheiden muss, welches Telefon sie abnimmt.