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Dianas Bruder schrieb, Morgan habe 1993 Fotos veröffentlicht - Morgan kam erst 1995 zur Zeitung

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Dianas Bruder schrieb, Morgan habe 1993 Fotos veröffentlicht - Morgan kam erst 1995 zur Zeitung

Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, veröffentlichte am Dienstag seine Memoiren „Swan Song: Diana, My Sister“ bei Penguin. Noch am selben Tag entschuldigte er sich bereits - und Piers Morgan kündigte eine Klage an.

Der Streit geht um einen einzigen Absatz. Spencer behauptet im Buch, Morgan und ein weiterer Journalist des „Mirror“ hätten 1993 Fotos von Diana veröffentlicht, die mit versteckter Kamera aufgenommen worden waren. Das Problem: Morgan kam erst im Oktober 1995 zum „Daily Mirror“ - zwei Jahre später. Das ist keine Nuance der Auslegung. Das ist ein Datum, das jeder in einer Minute überprüfen kann.

Morgan reagierte auf X: Er werde rechtliche Schritte gegen Earl Spencer und seine Verleger einleiten, „wegen der beweisbaren Lügen, die er über mich geschrieben hat“. Er fordert die Entfernung der strittigen Passagen und Schadenersatz; die Beschreibung seiner Person im Buch - Spencer beschreibt ihn als „grimmig“ bei einem Telefonat über eine Verwechslung mit einer Beerdigungseinladung - nannte er verächtlich.

Von Spencers Seite kam eine Erklärung, die aufmerksam gelesen werden sollte: „Als Historiker ist Earl Spencer Genauigkeit wichtig. Deshalb möchte er klarstellen, dass seine Annahme falsch war.“ Eine Annahme. In einem Buch, das als Zeugnis des Menschen verkauft wird, der der Geschichte am nächsten stand.

Hier liegt die Frage, die die Verlagsbranche nicht öffnen will. Penguin ist kein kleiner Verlag ohne Ressourcen. Memoiren des Bruders von Prinzessin Diana gehen vor dem Druck durch eine juristische Prüfung - das ist Standardverfahren. Wie kam ein Datum durch, das mit einer einzigen Suche zu prüfen ist?

Die Antwort ist wohl einfacher, als wir zugeben wollen: Das Buch wurde geschrieben, um zu verkaufen, und Zweifel am eigenen Text bremsen den Verkauf. Wenn der Autor Historiker ist, wiegt das noch schwerer - der Titel dient genau als Garantie, dass jemand geprüft hat.

Alles wird mit einer Fußnote in der zweiten Auflage und einigen Wochen Berichterstattung in den Boulevardblättern enden, was dem Buch mehr nützt als schadet. Und der Leser, der es am Dienstag gekauft hat, bleibt mit einer Version zurück, in der ein Mann für etwas beschuldigt wird, das er nicht getan haben konnte.