Skip to content

Drei Stellen in Skopje überfluten nach jedem starken Regen: für zwei gibt es eine Lösung, am „East Gate” hilft nicht einmal ein neuer Gully

1 Min. Lesezeit
Teilen
Drei Stellen in Skopje überfluten nach jedem starken Regen: für zwei gibt es eine Lösung, am „East Gate” hilft nicht einmal ein neuer Gully

Jeder stärkere Regen in Skopje wirft dieselbe Frage auf, und jedes Mal kommt dieselbe Antwort: Wir wissen, wo das Problem liegt. Die Stadt Skopje bestätigte, dass drei Standorte bei starken Niederschlägen regelmäßig überfluten - ein Teil des Srbija-Boulevards, die Unterführung bei „Mavrovka” und der Kreisverkehr am „East Gate”.

Dieselben drei Stellen standen auch bei den heftigen Regenfällen Anfang Juli unter Wasser, als der Verkehr an mehreren Stellen der Stadt behindert oder unterbrochen war.

Die Stadtverwaltung erklärt, die Standorte seien bereits als kritisch erfasst und Gullys sowie Kanalnetze würden regelmäßig gereinigt, um den Durchfluss zu erhöhen. Doch sie fügt etwas Wichtiges hinzu: Bei extrem starken Niederschlägen entstehen in kurzer Zeit Wassermengen, die die Kapazität der bestehenden Regenwasserkanalisation übersteigen. Anders gesagt: Reinigen hilft nicht, wenn das System zu klein ist.

Für zwei Stellen gibt es eine Lösung auf dem Papier

Für „Srbija” und die Unterführung bei „Mavrovka” liegen bereits technische Lösungen vor. Sie sehen eine größere Kapazität zur Aufnahme und Ableitung von Regenwasser vor, zusätzliche Gullys und Eingriffe am bestehenden Netz. Laut Stadt Skopje soll die Umsetzung das Risiko erneuter Überflutungen deutlich senken.

Erarbeitete technische Lösungen. Nicht umgesetzte - erarbeitete. Den Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern bezahlt jeder Autofahrer, der im Kreisverkehr feststeckt.

Am „East Gate” reicht selbst das nicht

Am kompliziertesten ist die Lage am Kreisverkehr nahe „East Gate”, und der Grund ist weder Vernachlässigung noch ein verstopfter Gully - es ist die Geländeform. Es ist einer der tiefsten Punkte in diesem Teil der Stadt, das Wasser aus dem gesamten Umfeld fließt also natürlicherweise genau dorthin.

Wegen der begrenzten Kapazität für die Ableitung im freien Gefälle lässt sich das Problem weder durch einen lokalen Eingriff noch durch neue Gullys lösen. Eine dauerhafte Lösung erfordert ein größeres Infrastrukturprojekt mit dem Umbau eines erheblichen Teils des Regenwassernetzes in diesem Gebiet.

Das ist eine ehrliche Antwort. Und zugleich ein Eingeständnis: Dort wurde gebaut, ohne dass vorher jemand berechnet hätte, wohin das Wasser läuft - und wenn erst gebaut ist, fällt die Reparaturrechnung ungleich höher aus als die Berechnung gewesen wäre.

Drei Stellen sind nicht die ganze Liste

Das Julie-Unwetter zeigte, dass das Problem nicht bei den kartierten Standorten endet. Damals standen Straßen in Centar, Kisela Voda, Gazi Baba und anderen Stadtteilen unter Wasser, Bäume und Äste stürzten um, auch Dächer wurden beschädigt.

Die Stadt Skopje kündigt an, die vorbeugende Reinigung und Instandhaltung fortzusetzen und Infrastrukturlösungen umzusetzen, die die Stadt widerstandsfähiger machen sollen.

Bleibt nur eine Frage, und sie gilt dem Kalender, nicht der Technik: wann? Denn technische Lösungen, die in einer Schublade liegen, leiten kein Wasser ab.