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Von 80 Institutionen in Veles sagten nur 20, ob sie für Menschen mit Behinderung zugänglich sind: Das Schweigen der übrigen 60 ist eine Antwort

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Von 80 Institutionen in Veles sagten nur 20, ob sie für Menschen mit Behinderung zugänglich sind: Das Schweigen der übrigen 60 ist eine Antwort

Achtzig öffentliche und staatliche Institutionen in Veles bekamen eine einfache Frage: Kann ein Mensch im Rollstuhl, eine blinde oder gehörlose Person selbstständig zu Ihnen hinein und ihr Anliegen erledigen? Geantwortet haben 20. Von den übrigen 60 - Schweigen.

Der Fragebogen ist Teil des Projekts „Veles - ein Recht für alle“ der Stiftung „Impact Net“, finanziert aus EU-Mitteln, an dem Schüler von vier Veleser Mittelschulen mitwirkten. Nach sechs Monaten Arbeit entstanden ein Register der Barrierefreiheit und ein Modul in der Mobil-App Green Map. Die Institutionen sind wie eine Ampel markiert: Rot heißt nicht zugänglich, Gelb teilweise, Grün voll zugänglich. Es gibt auch eine blaue Markierung für jene, die alle sechs Module des Fragebogens erfüllen - nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch für Menschen mit Seh- und Hörbehinderung.

Die Zahlen der Institutionen, die geantwortet haben, sind kein Grund zum Loben. 57 Prozent haben keinen Aufzug, obwohl ihre Dienste in den oberen Stockwerken liegen. 42,9 Prozent haben keine barrierefreie Toilette. 86 Prozent haben keinen Raum zum Stillen oder Wickeln, und 72 Prozent haben kein geschultes Personal, das einem sehbehinderten Menschen helfen kann. Keine einzige hat Informationen in Brailleschrift oder einen Defibrillator. Und 43 Prozent haben nicht einmal ein Budget zur Verbesserung der Barrierefreiheit vorgesehen, 58 Prozent nicht einmal einen Plan.

Und das sind die, die wenigstens den Willen hatten zu antworten. Sind die sechzig Schweigenden besser oder schlechter? Kaum zu glauben, dass eine Institution mit Rampe, Aufzug und barrierefreier Toilette die Chance verpassen würde, sich damit zu rühmen. Außerdem haben sich die Institutionen selbst bewertet - die Daten werden jetzt geprüft, um zu sehen, ob der Zustand auf dem Papier auch der Praxis entspricht.

Eine grüne Markierung bekamen die Grundschule „Vasil Glavinov“ samt Gymnasium und Chemieschule, die sich ein Gebäude teilen, dazu das Gesundheitszentrum, das Krankenhaus, die Kirche „Hl. Kyrill und Method“, der Bahnhof und das Amtsgericht. Die Staatliche Rechtsvertretung und die Staatsanwaltschaft stehen nicht auf dieser Liste. Und die einzigen Ampeln in Veles haben keine akustischen Signale.

Nach den Daten, die Projektleiter Stefče Dečev vorstellte, leben in Mazedonien 94.800 Menschen mit einer Form von Behinderung, 2.500 mit Sehbehinderung oder Blindheit und mehr als sechstausend mit Hörbehinderung. Mit den Familien, die ihnen helfen, kommt man auf 200.000 Bürger. So viele Menschen prüfen täglich, ob sie in eine Institution hineinkommen, die sie mit ihren Steuern bezahlen. Institutionen, die nicht einmal einen Fragebogen beantworten - wie antworten die wohl dem Menschen im Rollstuhl, der vor der Treppe steht?