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Ein Kilo Ajvar-Paprika kostet beim Bauern 15 Denar, im Supermarkt bis zu 100: Wer verteuert das Wintereingemachte?

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Ein Kilo Ajvar-Paprika kostet beim Bauern 15 Denar, im Supermarkt bis zu 100: Wer verteuert das Wintereingemachte?

Der Herbst in Mazedonien roch schon immer nach gerösteten Paprika und vollen Gläsern. Dieses Jahr kommt vor dem großen Kochtopf erst der Taschenrechner auf den Tisch. Die Bauern klagen, dass sie kaum ihre Kosten decken, die Käufer kramen in ihren Geldbörsen - und zwischen Feld und Einmachglas verdient jemand richtig gut.

Ajvar-Paprika sind das beste Beispiel. Die Bauern sagen, die Ankaufstellen nehmen sie ihnen schon für 15 Denar das Kilo ab. Auf dem Großmarkt Kvantaški in Skopje wurden sie diese Woche für 30 bis 40 Denar verkauft, auf günstigeren Gemüsemärkten findet man sie für 60 Denar, in manchen Supermärkten steigt der Preis auf rund 100 Denar. Vom Feld ins Regal - mehr als sechsmal teurer.

Ähnlich sieht es beim übrigen Gemüse für den Wintervorrat aus. Im Großhandel auf dem Kvantaški kosten Kartoffeln 30 bis 35 Denar das Kilo, Karotten 25, Rote Bete 20, Kohl 25 bis 30, grüne Tomaten 40 bis 45, Cornichons 55 bis 60 Denar. Auf dem Markt Zeleno Pazarče in Skopje kostet Rote Bete 60 Denar, Kartoffeln 50, Karotten zum Einlegen 50 bis 60, grüne Tomaten 60 bis 120 und Cornichons 80 bis 100 Denar. Zugegeben: Auf dem Kvantaški kauft man in großen Mengen, und die Qualität ist nicht immer dieselbe. Aber für eine Familie, die ein paar Kilo kauft, zählt nur die Rechnung am Stand.

Blumenkohl ist zum Luxus geworden. Auf den Märkten in Skopje kosten Blumenkohl und Brokkoli 200 Denar das Kilo, am verlängerten Wochenende erreichte Blumenkohl laut den Händlern sogar 220 bis 250 Denar. Im Großhandel sind es 160 Denar. Ähnliche Preise habe es laut Bürgern auch in Struga und Ohrid gegeben. Ein Rentner auf dem Zeleno Pazarče erzählte, in einer Stadt im Landesinneren habe Blumenkohl 50 bis 100 Denar gekostet - in Skopje sieht er ihn für 200 und 250.

Junger Kohl wird auf dem Markt Bunjakovec für 120 Denar das Kilo verkauft und hat in den sozialen Netzwerken einen Sturm ausgelöst. Direkt vom Feld kostet Frühjahrskohl rund 35 Denar. Bis zum Marktstand wird er also fast viermal teurer.

„Die Händler schöpfen den Rahm ab. Seit Jahren sage ich, dass der Landwirtschaft eine Strategie fehlt. Vor Ort sieht man das an den schrumpfenden Anbauflächen“, sagt Risto Velkov vom Bauernverband „Agrosojuz“ aus Strumica. Ein schwerer Schlag für die Erzeuger seien auch die Importe: Genau wenn die heimische Ernte kommt, werden große Mengen importierter Ware auf den Markt gebracht.

Das Ergebnis ist paradox: Der Bauer verkauft unter dem Wert seiner Arbeit, und der Käufer zahlt wie für eine Delikatesse. Sieht jemand im Landwirtschaftsministerium oder in der Wettbewerbskommission diese Lücke zwischen Feld und Marktstand? Und wie viele Herbste braucht es noch, bis eingelegtes Gemüse eine Erinnerung ist statt Wintervorrat?