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Rauch über Aračinovo, die Flucht von Iva Mihailova, Suspendierungen in Saraj, teurere Mieten

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Rauch über Aračinovo, die Flucht von Iva Mihailova, Suspendierungen in Saraj, teurere Mieten

Aračinovo raucht, die Zuständigkeit wandert von Schalter zu Schalter

Der Brand auf der wilden Deponie bei Aračinovo brach am 10. Oktober aus und war schnell eingedämmt. Doch die Reste qualmen auch in diesen Tagen Richtung Skopje. Die Bürger melden Brennen in Hals und Nase und tränende Augen. Laut Levica verweist das Krisenzentrum sie an die Medien, die Gemeinde an den kommunalen Betrieb, und der Betrieb sagt, er habe den Fall gemeldet. Was genau sie einatmen, hat ihnen bisher niemand gesagt.

Der Hintergrund ist kälter als der Rauch selbst. Laut Umweltministerium haben nur drei Deponien im Land eine Genehmigung nach dem Deponiegesetz: Drisla, Gevgelija und Gostivar. Alles andere läuft auf irgendjemandes Entscheidung, Gewohnheit oder Schweigen. Zugleich landen 99,8 % des gesammelten Siedlungsabfalls auf Deponien, während die Europäische Union von ihren Mitgliedern verlangt, die Deponierung bis 2035 auf höchstens 10 % zu senken.

Iva Mihailova: eine Sperrliste, die nur auf dem Papier existierte

Die 23-jährige Iva Mihailova, angeklagt wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls, ist in Sofia. Beide Pässe waren ihr seit Oktober 2025 entzogen, sie durfte Kočani nicht verlassen, und ihr Name stand auf der Sperrliste des Innenministeriums. Laut mazedonischer und bulgarischer Grenzpolizei hat sie die Grenze offiziell nie überquert. Sie und ihr bulgarischer Anwalt behaupten das Gegenteil, und der Anwalt räumt selbst ein, dass dies ein Verstoß gegen die gerichtlich angeordneten Maßnahmen sein könnte.

Die Staatsanwaltschaft sagt, sie habe ihren Teil erledigt. Die Opposition fordert den Rücktritt von Innenminister Pance Toškovski. Bleibt eine einfache Frage: Wer hat kontrolliert, ob die Auflagen eingehalten werden? Eine Maßnahme, die niemand durchsetzt, ist keine Maßnahme. Sie ist ein Formular.

Saraj: Suspendierungen nach dem Video, der Bericht unter Verschluss

Das Innenministerium kündigte die Suspendierung von sechs Polizisten nach dem Einsatz in Saraj an, bei dem zwei junge Männer, 21 und 23 Jahre alt, verprügelt wurden. Die Reaktion kam vier Tage nach dem Vorfall und erst, als die Aufnahmen schon öffentlich kursierten. Die Polizeigewerkschaft bietet ihre eigene Version über einen Einsatz gegen Drogenhandel, die DUI verlangt den ersten Bericht der Streife, und VLEN hält dagegen, die Institutionen hätten in Rekordzeit reagiert.

Das Dokument, das die Zweifel ausräumen würde, hat bisher niemand aus der Öffentlichkeit gesehen. Stimmt die Version der Polizisten mit dem Video überein, wird die Veröffentlichung sie schützen. Stimmt sie nicht überein, ist die Suspendierung erst der Anfang.

Mieten, die steigen, und ein Warenkorb, den die Regierung niedriger rechnet

Die Mieten in Mazedonien stiegen um 9,2 % zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem zweiten Quartal 2026, so Eurostat. Das ist dreimal schneller als der EU-Durchschnitt von 3 %. Eine Wohnung für 300 Euro kostet jetzt 327,60 Euro, und die Kaufpreise für Wohnungen in Skopje stiegen im Jahresvergleich um 13,3 %.

Unterdessen beträgt der Warenkorb der Regierung für eine vierköpfige Familie im August 58.475 Denar, der der Gewerkschaften 68.675 Denar. Differenz: 10.200 Denar. Die Regierung misst, wie viel die Haushalte tatsächlich ausgegeben haben, die Gewerkschaften, wie viel sie für ein würdiges Leben brauchen. Die neue Methodik kommt am 19. Oktober vor den Wirtschafts- und Sozialrat, während über den Mindestlohn verhandelt wird. Ein niedrigerer Warenkorb füllt keinen einzigen Kühlschrank.

Autobahn, Schnellzug und Fernwärme: Versprechen mit sehr unterschiedlichen Fristen

Der Bau der Autobahn Kičevo - Bukojčani hat begonnen: 11,5 Kilometer in vier Jahren, mit einem Kredit über 119 Millionen Euro, einem Zuschuss von 20 Millionen, fünf Brücken und einem Tunnel. Dass die Strecke „mautfrei“ sein wird, ist bisher nur eine Ankündigung. Noch weiter entfernt ist der Schnellzug von Bitola zum Flughafen Skopje in 80 Minuten. Er steht in einem Planentwurf mit Frist bis 2040, Geld und Bau müssen erst noch gesichert werden.

Näher ist der Winter: Die Fernwärme in Skopje startet am 13. Oktober, zwei Tage früher, und Čair und Butel stellen möglicherweise günstigeres Heizen in Aussicht. Bisher ohne jede Zahl.

Chronik: ein Postbote in Štip, eine Schlägerei in Banica, Migranten bei Bogorodica

In Štip wurde Strafanzeige gegen einen Postboten erstattet, der laut Polizei anstelle der Empfängerin eines Einschreibens des Bildungsministeriums unterschrieben hat. Sie verpasste dadurch die Fristen für einen Einspruch. Im Dorf Banica bei Strumica prügelten sich acht Personen mit Gegenständen, vier wurden schwer verletzt, der Grund ist bisher nicht bekannt. Bei Bogorodica wurde ein Mann aus Skopje mit sieben Migranten im Auto erwischt, wegen Schleuserei wurde auch ein 17-Jähriger aus Ägypten festgenommen.

Region und Welt: Waffenruhe per Post, Minen in Hormus

Wenige Stunden nach Trumps Ankündigung einer Energie-Waffenruhe wurden in Charkiw und Iwano-Frankiwsk mindestens sechs Menschen getötet. Kiew erfuhr von der Vereinbarung aus den Medien, Moskau hat nie „ja“ gesagt. Parallel dazu droht Washington Kiew laut Financial Times, Waffen und Geheimdienstinformationen zu stoppen, falls die Angriffe auf russische Raffinerien weitergehen.

In der Straße von Hormus behauptet Iran, ein dritter Tanker sei auf eine Mine gelaufen. Eine unabhängige Bestätigung gibt es bisher nicht. In der Nachbarschaft sieht Vučić im Deal über russischen Diesel ein Alibi für Serbiens Weigerung, Sanktionen gegen Moskau zu verhängen. In Slowenien hängt das Referendum über die Rundfunkgebühr an 692 Stimmen Unterschied, das letzte Wort haben die Briefwahlumschläge. Und in Deutschland trat ein Vorstandsmitglied der AfD-Jugend zurück, nachdem eine Karte von „Großdeutschland“ mit Gebieten aus 12 anderen Staaten veröffentlicht worden war. Der Balkan weiß, dass solche Karten selten auf dem Papier bleiben.

Sport: Vardar weiter ohne Punkt, Jakimovski ein Fragezeichen

Vardar ist nach drei Spieltagen der Champions League weiter ohne Punkt, obwohl Faduil 14 Tore aus 14 Versuchen erzielte. Das Rückspiel in Płock am Mittwoch könnte über die Saison entscheiden. In England schlug City Liverpool an der Anfield Road 3:0, Elmas legte einen Treffer auf und sah dann Rot. Im Basketball bangt Mazedonien um Jakimovski, der vor der Qualifikation im November einen Muskelriss hat.

Den schwereren Teil des Tages verbindet ein Faden: Institutionen, die mit Pressemitteilungen statt mit Dokumenten antworten. Der Rauch bei Aračinovo ist noch nicht gemessen, die Sperrliste hat Mihailova nicht aufgehalten, und der Bericht zu Saraj liegt unter Verschluss. Wer dafür geradesteht, verrät bisher keine einzige Pressemitteilung.

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