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14.500 Schüler legen heute das Abitur ab - doch die Frage ist, wie viele hier ein Leben aufbauen werden

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14.500 Schüler legen heute das Abitur ab - doch die Frage ist, wie viele hier ein Leben aufbauen werden

Mehr als 14.500 Oberstufenschüler legen heute das staatliche Abitur ab - die erste externe Prüfung, bei der sie zwischen einer Fremdsprache, Mathematik oder Geschichte wählen. Für viele von ihnen ist das die erste echte Schwelle zu dem, was folgt: Universität, Arbeit, Weggang. Ein Blatt Papier, das in wenigen Stunden vier Jahre Lernen zusammenfassen soll.

Laut dem Staatlichen Prüfungszentrum gibt es dieses Jahr erstmals drei Arten des Abiturs - das staatliche, das berufliche und das künstlerische. Für das staatliche Abitur meldeten sich 12.184 Kandidaten an, für das berufliche 2.276 und für das künstlerische 127. Die heute geprüfte Fremdsprache kann Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch oder Italienisch sein. Die verpflichtenden externen Prüfungen in Muttersprache und Literatur finden am 11. und 12. Juni statt.

Die Zahlen sind ordentlich, das System funktioniert, die Prüfungen finden pünktlich statt - und das ist gut. Aber hinter jedem Abitur steht eine größere Frage, zu der die Statistik schweigt: Wie viele dieser 14.500 jungen Menschen werden ihr Leben hier aufbauen? Das Abitur ist eine Eintrittskarte in die Zukunft, doch für immer mehr Generationen findet diese Zukunft außerhalb der Landesgrenzen statt.

Das ist kein Vorwurf an die Schüler - im Gegenteil. Es ist eine Frage an uns alle. Das Bildungssystem produziert jedes Jahr Tausende von Absolventen, schickt sie vorbereitet und ehrgeizig in die Welt und stellt dann überrascht fest, dass viele nicht zurückkommen. Heute sitzen sie über ihren Tests und denken nicht daran. Viel Glück ihnen allen - und die Hoffnung, dass es eines Tages auch einen Grund gibt zu bleiben, nicht nur zu gehen.