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Bei uns füllt sich die Terrasse mit Kühlschrank und Kartons: das asturische Haus, in dem sich jede Entscheidung in sechzig Quadratmetern wiederholen lässt

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Bei uns füllt sich die Terrasse mit Kühlschrank und Kartons: das asturische Haus, in dem sich jede Entscheidung in sechzig Quadratmetern wiederholen lässt

Das Haus steht in Perlora, Gemeinde Carreno, an der asturischen Küste im Norden Spaniens. 2019 gekauft und komplett umgebaut. Zwei Etagen, vier Schlafzimmer, Garten. Die Besitzerin ist eine bekannte spanische Schauspielerin aus dieser Gegend, und das Haus ist ihre Heimkehr - nicht als Geste, sondern als Adresse, zu der man fährt, wenn Madrid zu viel wird.

Sehenswert macht es nicht die Quadratmeterzahl. Sondern dass sich fast jede Entscheidung darin in einer Sechzig-Quadratmeter-Wohnung wiederholen lässt, ohne Umbau und ohne Architekt.

Die Basis ist neutral, und das ist das ganze Geheimnis. Weiß, Creme, Sand. Nicht weil es modern ist, sondern weil das Licht im Norden kurz ist und jede dunkle Wand es frisst. Auf diese Basis kommen die natürlichen Materialien - Rattan, Weide, Jute -, die eine Wärme tragen, die Weiß allein nicht hat.

Das Wohnzimmer öffnet sich zum Essbereich, ist aber optisch getrennt. Ein großes Ecksofa in Creme mit klaren Linien, ein Teppich, der die Grenze zwischen beiden Zonen zieht, und eine Bogenlampe, die sich über ein Sofaende neigt. Das cleverste Detail ist der große runde Spiegel mit Goldrahmen, so gesetzt, dass er das Licht vom Fenster zurückwirft und den Garten hereinholt. Ein alter Trick, der überall funktioniert.

Im Essbereich hat der Tisch eine Glasplatte und Eichenbeine in X-Form. Das Glas ist keine Ästhetik, sondern Kalkül - es lässt Licht durch und schneidet den Raum nicht in zwei Teile. Die Stühle sind mit Bouclé bezogen, über dem Tisch hängt ein großer Leuchter aus Naturperlen, handgefertigt.

Küche in Weiß und Holz mit großem Fenster

Die Küche ist der Ort, an dem die Idee am klarsten ist. Matte weiße Fronten ohne Griffe, eine Arbeitsplatte aus Holz und eine Wand mit Holzverkleidung und sichtbarer Maserung. Die Fenster sind groß und weiß und werden nicht als Öffnung, sondern als Rahmen behandelt - die Landschaft draußen ist ein Bild an der Wand, kostenlos und jeden Monat anders.

Das Schlafzimmer hat eine Dachschräge mit sichtbaren Balken. Die Schränke reichen vom Boden bis zur Decke, weiß, mit dunklen Griffen als Kontrast. Am Fußende steht eine Bank mit Metallgestell und geflochtenem Rattansitz, darüber eine Decke in Rohton. Wenige Gegenstände, alle mit Textur.

Das Zimmer der Tochter geht in eine andere Richtung - Boho, jünger, mit einem verwitterten weißen Lattenkopfteil und Kissen in Mintgrün mit geometrischer Stickerei, die die gesamte Farbe im Raum tragen. Der bodentiefe Spiegel mit gebrochen weißem Rahmen erfüllt zwei Zwecke: Fotos und Raumöffnung.

Verglaste Terrasse mit Flechtmöbeln und Kelimteppich

Der beste Teil des Hauses ist laut der Besitzerin die Terrasse. Sie ist verglast, wird also das ganze Jahr genutzt und nicht drei Monate wie bei uns. Sie ist zweigeteilt: eine Sitzzone mit kubischen Seilsesseln und Kissen in Ton- und Grautönen über einem Kelimteppich, und eine Essenszone mit einem Tisch aus weißem Aluminium und gehärtetem Glas.

Hier zeigt sich die Logik des ganzen Hauses am deutlichsten - kaltes Material wird immer mit warmem ausbalanciert. Metall mit Textil, Glas mit Jute, Aluminium mit Rattanlaternen. Tut man das nicht, sieht der Raum aus wie ein Wartezimmer.

Bei uns wird die Terrasse mit PVC geschlossen und mit Kühlschrank, Fahrrad und Kartons gefüllt. Der Unterschied liegt nicht im Geld - der Unterschied ist, ob der Raum vorher entschieden wurde oder sich mit dem füllt, was sonst nirgends hinpasst. Fünf Möbelstücke und ein Teppich reichen mehr als aus; das Problem ist, dass man zuerst ausräumen muss.