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Man badet neben einer römischen Stadt aus dem ersten Jahrhundert, die Düne darüber ist dreißig Meter hoch: zehn Strände fürs letzte Bad

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Man badet neben einer römischen Stadt aus dem ersten Jahrhundert, die Düne darüber ist dreißig Meter hoch: zehn Strände fürs letzte Bad

Der Augustandrang zieht ab, das Wasser bleibt noch wochenlang warm. Das ist der Moment, in dem sich die südspanische Küste so öffnet, wie sie auf Fotos aussieht - ohne Schlange am Parkplatz und ohne Handtuch an Handtuch.

Das stärkste Beispiel ist Bolonia bei Tarifa, wo man neben den römischen Ruinen von Baelo Claudia badet. Der Strand hat eine 30 Meter hohe und 200 Meter breite Düne, die den Pinienwald dahinter langsam verschlingt. Die archäologische Anlage bewahrt Reste von Forum, Tempeln, Heiligtum, Markt, Basilika, Theater, Thermen und einer Fischsalzfabrik. Wenige Orte am Mittelmeer bieten Baden und eine antike Stadt im selben Bild.

Wenige Kilometer weiter liegt Punta Paloma, zehn Kilometer von Tarifa entfernt, wo sich die Dünenlandschaft kilometerweit an der Küste zieht. Ein Lieblingsort der Kitesurfer wegen des Windes, der hier fast ununterbrochen weht - desselben Windes, der die anderen Strände leert und diesen füllt.

Wer Wasser in Postkartenfarbe will, findet in Maro bei Nerja den Küstenabschnitt mit Felsen und kleinen Buchten, an dem weniger Menschen sind als an den Nachbarstränden derselben Gemeinde. Mit Maske oder Kajak erreicht man versteckte Wasserfälle unter den Felsen.

Am schwersten zugänglich ist Cala de Enmedio im Cabo de Gata. Eine halbe Stunde zu Fuß von Agua Amarga oder zwanzig Minuten von Cala Plomo - oder man kommt mit dem Boot. Dort gab es einst ein Korallenriff; geblieben sind versteinerte Dünen, zwischen denen sich Becken mit intensiv blauem Wasser bilden.

Im selben Park liegt Playa de los Genoveses, eine über einen Kilometer lange Bucht mit flachem Wasser und ohne jede Einrichtung. Keine Dusche, kein Café, kein Schatten. Wer dorthin geht, nimmt Wasser, Essen und Sonnenschutz mit - oder kehrt früher zurück als geplant.

Auf der Atlantikseite liegt El Palmar bei Vejer de la Frontera: elf Kilometer Sand und Wasser, das wirklich kühlt, anders als das Mittelmeer im August. Es gibt genug Strandbars und Sonnenuntergänge, für die kein Filter nötig ist.

In Huelva stützen sich Mazagon und Matalascanas auf etwas Seltenes - den Nationalpark Donana im Rücken. Die Strände sind so lang, dass es schwerfällt, nahe bei jemandem zu landen. Der Turm aus dem sechzehnten Jahrhundert bei Torre del Loro und der Turm La Higuera, den das Meer ständig umspült, sind die zwei meistfotografierten Punkte dieser Küste.

Bei Marbella beweist Cabopino, dass selbst die am dichtesten bebaute Küste Spaniens etwas Natürliches bewahrt hat: vierzehn Kilometer vom Zentrum, im Schutzgebiet der Artola-Dünen, mit einem 15 Meter hohen arabischen Wachturm. Und in Granada ist La Rijana ein Kiesstrand zwischen Felsen, wo man ein Board oder Kajak mietet und die Höhlen abfährt.

Zehn Strände, keiner davon verlangt ein Flugticket über den Ozean. Die Frage ist, ob der Balkan je lernt, dass der September der beste Monat am Meer ist - oder ob wir uns weiter alle gemeinsam in die erste Augusthälfte drängen, weil es letztes Jahr auch so war.