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Häftling stirbt durch Stromschlag in Idrizovo: Wer hat die Leitung gelegt, die jeder anfassen konnte?

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Häftling stirbt durch Stromschlag in Idrizovo: Wer hat die Leitung gelegt, die jeder anfassen konnte?

Ein 42-jähriger Häftling aus dem Dorf Tebreshte ist im Gelände der Justizvollzugsanstalt Idrizovo gestorben. Er war auf einen Strommast geklettert und hatte nach einer spannungsführenden Leitung gegriffen. Der Vorfall wurde um 14:43 Uhr gemeldet, das eingetroffene Rettungsteam stellte den Tod fest.

Die Mitteilung der Polizei ist kurz und technisch präzise: Der Mann kletterte, griff zu, stürzte. Mehr wurde öffentlich nicht gesagt. Kein Wort dazu, warum im Innenhof des größten Gefängnisses des Landes ein Mast steht, den ein Häftling besteigen kann. Kein Wort dazu, warum daran eine stromführende Leitung in Reichweite einer Hand hängt.

Das Gefängnis mit den meisten Insassen in Mazedonien soll eine kontrollierte Umgebung sein - das ist buchstäblich seine Definition. Der Innenhof ist kein Wald und keine verlassene Industriebrache. Er gehört zur Anstalt, dort verbringen Häftlinge täglich Zeit unter Aufsicht. Wenn es dort eine ungesicherte Quelle tödlicher Spannung gibt, dann ist das kein Unglück, das vom Himmel fällt. Es ist ein Versäumnis, das auf seinen Mann gewartet hat.

„Es werden Maßnahmen zur Aufklärung des Falls ergriffen“, heißt es von der Polizei. Die Formulierung kennen wir auswendig. Bleibt die Frage, ob die Aufklärung auch bis zur Prüfung der Elektroinstallationen in der Anstalt reicht - oder ob sie mit einem Protokoll über einen Mann endet, der etwas tat, was er nicht durfte.

Idrizovo ist seit Jahren ein Synonym für Überbelegung, für zerfallende Gebäude und für Reformen, die von Amtszeit zu Amtszeit angekündigt werden. Jeder Bericht über die Zustände dort endet mit Empfehlungen, und jeder nächste beginnt am selben Punkt. Diesmal hat nicht das System die Rechnung bezahlt, sondern ein Mann, der in seinen Händen lag.