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Die Enkel des belgischen Königs arbeiten diesen Sommer im Supermarkt und gehen als Freiwillige nach Uganda

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Die Enkel des belgischen Königs arbeiten diesen Sommer im Supermarkt und gehen als Freiwillige nach Uganda

Achtzehn Jahre lang prozessierte diese Familie um eine einzige Anerkennung. Delphine Boël wollte, dass ein Gericht ausspricht, was Albert II. von Belgien ein halbes Jahrhundert verschwieg - dass sie seine Tochter ist. 2020 bekam sie es. Damit kamen auch der Titel Prinzessin, die Anrede „Ihre Königliche Hoheit” und das Foto mit König Philippe, dem Halbbruder, der bis dahin so tat, als gäbe es sie nicht.

Die Erben dieser Anerkennung sind zwei junge Menschen, über die die belgische Öffentlichkeit kaum etwas weiß. Und hier wird die Geschichte interessanter als der Rechtsstreit selbst.

Die Enkelin eines Königs, die im Sommer in Italien Kinder hütet

Joséphine ist 22 und hat gerade ihren Abschluss in Menschenrechten an der Universität Leiden gemacht - der ältesten niederländischen Universität, gegründet 1575. Studiert hat sie an der Fakultät in Den Haag. Erste Arbeitserfahrung sammelte sie im Palast der Schönen Künste in Brüssel und beim Roten Kreuz in Mechelen; die zweite lag ihr, wie ihre Mutter sagt, am meisten, weil sie zu dem passt, was sie machen will. Ihr Ziel ist eine Laufbahn als Anwältin für Menschenrechte und Völkerrecht.

Den Sommer verbringt sie nicht auf einer Jacht. Sie arbeitet als Kindermädchen in Italien und verdient ihr eigenes Geld. Ihre Mutter, Prinzessin Delphine, sagt über sie, sie habe ein tiefes Gerechtigkeitsempfinden und zögere nicht, ihre Stimme zu erheben. Es ist schwer zu übersehen, woher sie das hat.

Der Enkel, der diesen Sommer im Supermarkt arbeitet

Oscar wurde in diesem Jahr volljährig. Die Schule beendete er in Uccle, einer der bevölkerungsreichsten Gemeinden Brüssels, wo die Familie lebt. Statt sich sofort irgendwo einzuschreiben, nimmt er ein freies Jahr. Die Begründung seiner Mutter ist verständlicher als die meisten königlichen Mitteilungen: Es sei besser, erst die Welt zu entdecken, als sich überstürzt auf etwas festzulegen, das man später bereut.

Diesen Sommer arbeitet er in einem Supermarkt - demselben, in dem seine ältere Schwester im Jahr davor arbeitete. Im nächsten Jahr geht er als Freiwilliger nach Uganda, und er plant auch eine Tätigkeit bei einer internationalen Organisation.

Warum das überhaupt eine Geschichte ist

Weil Königsenkel in ganz Europa üblicherweise auf Balkonen und bei Regatten auftauchen und ihre Biografien mit Privatcolleges beginnen. Diese beiden haben den Titel, aber nicht das Netzwerk, das sonst dazugehört. Die Anerkennung ihrer Mutter kam spät, und mit ihr kam weder ein Hofamt noch ein Budget.

Delphine wiederum hat sich nie in dieses Protokoll gefügt. Sie studierte am Chelsea College of Arts in London, arbeitet als Bildhauerin, und am belgischen Nationalfeiertag erschien sie in einem rosa Barbiecore-Kleid, das ein Teil der Öffentlichkeit für unpassend erklärte. Die Antwort war präzise: Sie habe nicht die Absicht, jemandem die Aufmerksamkeit zu stehlen, und jeder suche Aufmerksamkeit auf seine Weise - König Philippe etwa habe vier wunderbare Kinder.

Es hat etwas Gesundes, wenn eine Familie mit Titel ihre Kinder an die Supermarktkasse und nach Uganda schickt statt in eine höfische Protokollrolle. Die Frage ist, ob das eine Entscheidung ist oder die Folge davon, dass die Palasttür eben nur halb offen blieb.