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Eine Paprika mit Regelwerk von 5 bis 12 Zentimetern: warum die Basken sie Gartengarnele nennen und was das kostet

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Eine Paprika mit Regelwerk von 5 bis 12 Zentimetern: warum die Basken sie Gartengarnele nennen und was das kostet

Im Baskenland nennt man eine Paprika seit Jahrzehnten „Gartengarnele”. Mit dem Meer hat das nichts zu tun. Der Name entstand, weil sie in ihrer Saison genauso schnell vom Teller verschwinden wie echte Garnelen - und die längliche Form unterstützt den Vergleich.

Die Paprika heißt Pipara und ist eine Sorte der scharfen Paprika (Capsicum annuum L.) mit sehr dünner Haut, länglicher Form und, entgegen den Erwartungen, fast keiner Schärfe. Es dominieren Gemüsenoten und eine leichte Süße. Gelegentlich findet sich eine schärfere, aber weit entfernt von dem, was wir unter Peperoni verstehen.

Nicht jede Pipara ist das, wofür bezahlt wird

Hier kommt der Teil, den man kennen sollte, bevor man zahlt. Jede „Guindilla de Ibarra” ist eine Pipara, aber nicht jede Pipara ist eine „Guindilla de Ibarra”. Die geschützte hat ihr eigenes Zeichen - Eusko Label - und ein Regelwerk, das Herkunft, Sorte, Anbauweise und Aussehen des Produkts vorschreibt.

Das Regelwerk geht bis auf den Zentimeter: Der essbare Teil muss zwischen 5 und 12 Zentimeter lang sein, die Haut sehr dünn, die Textur weich, die Farbe gelbgrün. Wer Eingelegtes kauft und diese Qualität will, muss das Zeichen deutlich auf dem Etikett sehen. Alles andere ist eine Pipara - was nicht schlecht ist, aber nicht das, wofür mehr bezahlt wird.

Frisch und eingelegt sind zwei verschiedene Produkte

Aus derselben Frucht, aber nicht austauschbar. Die frische hat eine weiche Textur und einen zarten Gemüsegeschmack und wird ganz und gebraten serviert. Die eingelegte bekommt ihre Säure vom Essig und passt als Snack, in Salate, zu Bohnen oder in den bekanntesten baskischen Happen - die Gilda, wo sie auf Sardelle und Olive trifft.

Deshalb verlangt ein Rezept für gebratene Piparas frische. Und eine Gilda mit frischer Pipara ergibt keinen Sinn.

Wie man sie brät, damit sie nicht zerfallen

Der Vorgang ist kurz, aber ein Schritt entscheidet die ganze Sache. Nach dem Waschen müssen die Paprika gründlich mit Papier getrocknet werden - sonst spritzt das Öl. Dann werden sie ganz in einer Pfanne mit reichlich Olivenöl erster Pressung einige Minuten gebraten, unter Wenden, damit sie gleichmäßig garen.

Fertig sind sie, wenn die Haut leicht zu schrumpeln beginnt und kleine goldene Stellen erscheinen, während die Textur weich bleibt. Auf Papier abtropfen lassen und unmittelbar vor dem Servieren salzen. Gegessen werden sie am Stiel gehalten.

Der häufigste Fehler ist eine überfüllte Pfanne. Wirft man alle auf einmal hinein, kühlt das Öl ab, und statt goldener Haut bekommt man eine gekochte Paprika. Man brät portionsweise.

Saison und Einkauf

Frisch sind sie zwischen Juni und Oktober am besten. Den Rest des Jahres gibt es sie überwiegend eingelegt. Beim Kauf frischer Ware sucht man feste Exemplare mit glatter dünner Haut, ohne Druckstellen und weiche Partien. Frische hält sich im Kühlschrank und sollte in wenigen Tagen gegessen werden, während Eingelegtes lange hält - nur muss es nach dem Öffnen von der Flüssigkeit bedeckt bleiben.

An dieser ganzen Geschichte lohnt eine Beobachtung. Es geht um eine gewöhnliche Paprika, die drei Minuten in Öl gebraten wird. Dahinter stehen ein eingetragener Name, ein Regelwerk mit vorgeschriebenen Zentimetern und ein Zeichen auf dem Etikett, für das der Käufer mehr zahlt. Das ist kein Marketing - das ist die Art, wie ein Dorf mit Gärten den Namen seines Produkts behält, sobald es in ausländische Regale kommt.