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Erstes Treffen zum Tunnel des Korridors 8: Zeitplan vereinbart, aber kein einziges Datum und keine einzige Summe

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Erstes Treffen zum Tunnel des Korridors 8: Zeitplan vereinbart, aber kein einziges Datum und keine einzige Summe

In Sofia fand gestern das erste Treffen der gemeinsamen Arbeitsgruppe Mazedoniens und Bulgariens zum grenzüberschreitenden Eisenbahntunnel des Korridors 8 statt. Das erste. Nach all den Erklärungen, Memoranden und Ankündigungen, die dieser Korridor in drei Jahrzehnten angesammelt hat, tagte die Arbeitsgruppe zum Tunnel zum ersten Mal.

Den Vorsitz führten die stellvertretenden Verkehrsminister beider Länder - Kaltrina Zekoli Shakjiri auf mazedonischer und Cveta Timeva auf bulgarischer Seite. Auf mazedonischer Seite nahmen Vertreter der Ministerien für Verkehr, Äußeres, Inneres, Verteidigung und Umwelt teil, ebenso das öffentliche Unternehmen für Eisenbahninfrastruktur und Railways Transport AD-Skopje.

Was vereinbart wurde

Laut Mitteilung bekräftigten beide Seiten ihr Engagement für Koordination in allen Umsetzungsphasen. Man einigte sich auf einen klaren Zeitplan der Aktivitäten und auf die Festlegung konkreter Verpflichtungen der Institutionen. Das nächste Treffen findet in Skopje statt.

Zekoli Shakjiri betonte, der Bau des grenzüberschreitenden Eisenbahntunnels sei ein strategisches Projekt von regionaler Bedeutung. Beide Seiten nennen zudem die Unterstützung der Europäischen Kommission als Schlüssel für die Umsetzung.

Was in der Mitteilung fehlt

Nun lohnt es sich, dieselbe Mitteilung noch einmal zu lesen, aber andersherum - um zu sehen, was nicht darin steht.

Kein Datum für den Baubeginn. Keine Schätzung des Gesamtwerts des Tunnels. Keine Fertigstellungsfrist. Keine Angabe, wer wie viel zahlt. Es gibt einen „klaren Zeitplan der Aktivitäten”, aber der Zeitplan selbst wurde nicht veröffentlicht.

Das macht das Treffen nicht sinnlos - Arbeitsgruppen funktionieren genau so, Schritt für Schritt. Es heißt, dass dies der Punkt ist, an dem jeder weitere Bericht zu messen ist. Produziert das nächste Treffen in Skopje eine identische Mitteilung ohne eine einzige neue Zahl, dann haben wir einen Prozess, der sich selbst erhält.

Dreißig Jahre Korridor

Korridor 8 ist die Schienen- und Straßenverbindung, die die Adria über Albanien, Mazedonien und Bulgarien mit dem Schwarzen Meer verbinden soll. Für Mazedonien ist das ein Ausgang nach Osten und ein Zugang zu den Häfen am Schwarzen Meer - eine Alternative zur Abhängigkeit von der Nord-Süd-Achse.

Jede Regierung hat in jeder Amtszeit von ihm als Priorität gesprochen. Die Bahnverbindung nach Bulgarien ist noch immer nicht fertig.

Darum ist ein erstes Treffen der Arbeitsgruppe eine Nachricht. Nicht weil es ein historischer Durchbruch wäre, sondern weil hierzulande schon ein „erstes Treffen” als Fortschritt zählt. Die Frage ist nun, ob bis zum nächsten Zahlen vorliegen - oder nur ein weiteres Foto mit Fahnen.