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Vier Jahre ohne Jahresabschluss, 12,6 Millionen Denar weniger im Haushalt: Wer hat nicht hingeschaut?

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Vier Jahre ohne Jahresabschluss, 12,6 Millionen Denar weniger im Haushalt: Wer hat nicht hingeschaut?

Vier Jahre lang hat eine Firma in Skopje keinen Jahresabschluss eingereicht. Nicht für 2022, nicht für 2023, nicht für 2024, nicht für 2025. Vier Jahre in Folge, in denen niemand im System eine Frage stellte - und jetzt erstattet die Direktion für Finanzpolizei Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung mit einem Haushaltsschaden von über 12,6 Millionen Denar.

Angezeigt sind zwei natürliche Personen und eine juristische Person, der Fall ging an die Grundstaatsanwaltschaft in Skopje. Die Straftat ist nach Artikel 279 des Strafgesetzbuchs eingestuft.

Vom türkischen Eigentümer zum neuen Eigentümer, dieselbe Firma

Laut Finanzpolizei ist der erste Verdächtige ein türkischer Staatsbürger, der von 2016 bis 2021 faktischer Eigentümer und Geschäftsführer der Gesellschaft war. Danach gingen Eigentum und Führung auf die zweite angezeigte Person über. Die Firma arbeitete weiter. Die Jahresabschlüsse nicht.

Die Schadensberechnung ist systematisch. Waren im Wert von 32.054.759 Denar gelten als unberechtigt angeeignet. Mehrwertsteuer von 5.769.856 Denar und Einkommensteuer von 3.561.283 Denar wurden nie berechnet, gemeldet oder gezahlt. Verjährte kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in Höhe von 32.847.325 Denar wurden nicht ausgebucht, was weitere 3.284.732 Denar nicht gezahlte Gewinnsteuer nach sich zog.

Insgesamt: 12.615.871 Denar, die nie im Haushalt ankamen. In Euro - rund 205 Tausend.

Die Frage ist nicht, wer hinterzogen hat, sondern wer nicht hingeschaut hat

Steuerhinterziehung ist eine Straftat, so weit ist die Sache klar. Aber diese Geschichte hat eine zweite Ebene, die nicht in der Anzeige steht. Eine Firma, die vier Jahre hintereinander keinen Jahresabschluss einreicht, ist eine Firma, die vier Jahre hintereinander in jedem Register, das sie erfasst, als Problem sichtbar ist. Das ist kein verstecktes Konstrukt mit Offshore-Strukturen und Briefkastenfirmen in drei Jurisdiktionen. Das ist das Fehlen eines Dokuments, das jedes Unternehmen jedes Jahr abgeben muss.

Der Mechanismus, der hätte anschlagen sollen, hat also vier Mal nicht angeschlagen. Oder er hat, und niemand hat zugehört.

Laut Anzeige wurden in der Buchhaltung auch Rechnungen erfasst, mit denen die Bemessungsgrundlage für die Gewinnsteuer gesenkt wurde. Waren im Wert von über einer halben Million Euro verschwanden aus den Aufzeichnungen.

Der Fall liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Und die Frage, die für das Steuersystem offen bleibt, ist einfacher als jeder Paragraf des Strafgesetzbuchs: Wie viele solcher Firmen häufen gerade jetzt nicht gemeldete Jahre an und warten darauf, dass jemand sie bemerkt?