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147 Menschen beziehen eine Rente aus der zweiten Säule von 9.878 Denar: Was, wenn der Staat das Geld nimmt?

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147 Menschen beziehen eine Rente aus der zweiten Säule von 9.878 Denar: Was, wenn der Staat das Geld nimmt?

Einhundertsiebenundvierzig Menschen beziehen derzeit eine Rente aus der zweiten Säule. Der Durchschnittsbetrag liegt bei 9.878 Denar im Monat. Das sind alle Bezieher eines Systems, das seit 2006 läuft und in dem sich über 3,4 Milliarden Euro auf individuellen Konten von rund 638.000 Versicherten angesammelt haben.

Die Zahl 147 klingt klein, und das stimmt - das System reift noch. Bis 2030 werden zwischen vier- und fünftausend Bezieher erwartet. Doch genau jetzt, mit den ersten Auszahlungen, stellt sich die Frage, was mit diesem Geld geschieht.

Verstaatlichung als Lösung für anderthalb Jahre

Der Verband der Pensionsfondsgesellschaften bezog klar Position: Die Mittel in der zweiten Säule sind persönliches Eigentum, sie werden vererbt und genießen ein höheres Schutzniveau, egal ob es um die Absicherung im Erwerbsleben oder nach der Pensionierung geht.

„Das ist nur eine kurzfristige Lösung, die die langfristigen Probleme nicht löst”, sagt der Verband zu Vorschlägen, die Mittel in den Staatsfonds zu überführen. Nach seiner Schätzung würde das Geld das Haushaltsdefizit für eineinhalb bis drei Jahre decken. Danach - dasselbe Problem, nur ohne Fonds.

Die durchschnittliche Jahresrendite der obligatorischen Pensionsfonds liegt seit ihrer Einführung bei über 5,5 Prozent. Von den insgesamt angesammelten Mitteln ist mehr als eine Milliarde Euro Mehrwert, der auf die individuellen Konten verteilt wurde.

Achtzig bis neunzig Prozent unter der Mindestrente

Hier wird die Geschichte komplizierter als die eigene Mitteilung. Ministerpräsident Hristijan Mickoski kündigte Überlegungen zu einer Rentenreform an und deutete an, Bezieher der zweiten Säule könnten vom Stand ihrer Konten enttäuscht sein.

Und die Zahlen sprechen nicht für Optimismus: Schätzungen zufolge könnten 80 bis 90 Prozent der künftigen Rentner im Zeitraum 2030-2032 eine Rente unter dem gesetzlichen Minimum erhalten, was erneut eine staatliche Aufstockung erfordern würde.

Beide Seiten haben also je eine zutreffende Behauptung. Die Fonds haben recht, dass eine Verstaatlichung ein Provisorium ist. Aber auch die Kritik hat Substanz, wenn sie sagt: Ein System, in dem fast neun von zehn Beziehern unter das Minimum fallen, erfüllt die eigene versprochene Rolle nicht.

Der Vorschlag: mehrere Fonds statt einem

Der Verband schlägt Multifonds-Portfolios vor, die dem Alter der Versicherten angepasst sind, sowie aggressivere Anlagestrategien für jüngere Mitglieder - jene, die noch zwanzig oder dreißig Jahre bis zur Rente haben und höheres Risiko für höhere Rendite tragen können. Auch die Stärkung der freiwilligen Vorsorge wird genannt.

Die Regierung wartet ihrerseits auf die Ergebnisse dreier unabhängiger Analysen, bevor sie über die Reform entscheidet.

Drei Analysen, zwei gegensätzliche Positionen und 638.000 Menschen, deren Geld Gegenstand der Debatte ist. Einig sind sich alle nur darin, dass das System in seiner jetzigen Form keine ausreichenden Renten hervorbringen wird. Der Unterschied liegt allein darin, wer dieses Defizit zahlt - und wann.