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Am coolsten wird sein, kein Profil zu haben: eine Schauspielerin sagt, was die Branche nicht zugeben darf

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Am coolsten wird sein, kein Profil zu haben: eine Schauspielerin sagt, was die Branche nicht zugeben darf

„Am coolsten wird sein, keine sozialen Netzwerke zu haben.” Der Satz stammt von der spanischen Schauspielerin Silvia Abascal und klingt wie eine Provokation. Sieht man genauer hin, beschreibt er nur die Richtung, in die sich die Dinge längst bewegen.

Abascal spricht nicht als jemand, der die Netzwerke nie angefasst hat. Sie hat Instagram und sagt offen, wofür sie es nutzt: „Ich habe Instagram und nutze es ausschließlich, um meine beruflichen Projekte zu bewerben.” Kein Einkommen aus Inhalten, kein tägliches Teilen. Ein Werkzeug, keine Wohnung.

Ihre schärfste Bemerkung gilt der Generation, die mit dem Handy in der Hand aufwuchs: „Junge Leute haben heute das Gefühl, dass sie den Burger, den sie essen, gar nicht erlebt haben, wenn sie kein Foto davon posten.” Das ist kein Witz auf Kosten der Jungen. Das beschreibt einen echten Übergang - vom Erleben zum Dokumentieren, bei dem ein Ereignis erst als abgeschlossen gilt, wenn es für andere sichtbar wird.

Dazu kommt Druck von außen. „Man hört es in diesem Beruf ständig... dass man die Netzwerke füttern muss”, sagt die Schauspielerin. Das Verb stimmt. Netzwerke werden gefüttert, und zwar täglich - und wer sie füttert, arbeitet am Ende gratis für eine Plattform, die ihm nicht gehört.

Das Gespräch hat einen Anlass: die Serie „Cabeza alta”, die spanische Adaption der italienischen „A testa alta: Il coraggio di una donna”, in der Abascal Julia spielt, die Studienleiterin einer Schule. Die Serie behandelt das Teilen intimer Inhalte ohne Einwilligung - ein Thema, das auf dem Balkan weder neu noch selten ist. Ihre Haltung ist klar: Die beste Antwort ist, das Gesicht öffentlich zu zeigen und dem Angreifer die Macht zu nehmen, statt sich zu verstecken.

Das ist der eine Punkt, an dem der Rat tatsächlich mit dem Instinkt kollidiert. Wenn dich jemand bloßstellt, sagt dir der Körper als Erstes: verschwinde. Abascal sagt das Gegenteil - Verschwinden sei genau das, was der Angreifer will. Hätte bei uns, wo die Scham immer noch leichter am Opfer haftet als am Täter, jemand die Kraft dazu?

Am Set traf Abascal Leonor Watling wieder, 24 Jahre nachdem beide in „A mi madre le gustan las mujeres” Schwestern gespielt hatten. Der Unterschied zwischen diesen beiden Drehs liegt nicht nur in den Jahren. Der Schutz von Schauspielern bei intimen Szenen existiert heute als Regel, nicht als Höflichkeit. Manches hat sich wirklich verbessert - nur nicht das, was wir auf dem Bildschirm in der Hand sehen.