Skip to content

Schmuggler schleiften einen Polizisten mit dem Auto bei Blace: das zweite Fahrzeug verrät, dass es kein Zufall war

1 Min. Lesezeit
Teilen
Schmuggler schleiften einen Polizisten mit dem Auto bei Blace: das zweite Fahrzeug verrät, dass es kein Zufall war

Ein Polizist, der einen Transporter mit Schmuggelware stoppen wollte, landete auf dem Asphalt - geschleift von einem Fahrzeug. Es geschah am Freitagnachmittag auf der Straße vom Grenzübergang „Blace“ Richtung Skopje, an der Stelle namens „Vrazhji vir“ - acht Kilometer von der Hauptstadt entfernt, nicht irgendwo am Ende der Welt.

Das Muster ist bekannt. Beamte des Regionalzentrums für Grenzangelegenheiten bemerkten einen VW Transporter mit ausländischen Kennzeichen, beladen mit diverser Schmuggelware. Sie gaben das Haltesignal. Der Fahrer hielt nicht an. Er fuhr weiter.

Kurz darauf gelang es der Polizei doch, das Fahrzeug zu stoppen. Doch genau in dem Moment, als sie den Fahrer festnehmen wollten, traf ein zweites Fahrzeug ein. Ein Mann stieg aus und griff einen der Beamten körperlich an. Dann packte einer von ihnen den Polizisten am Arm, während der andere fuhr - und der Mann wurde über die Straße geschleift. Als sie losließen, stürzte er und wurde verletzt.

Dieses zweite Fahrzeug ist das entscheidende Detail der ganzen Geschichte. Das war keine Panikflucht eines ertappten Fahrers. Das war Logistik. Jemand folgte, jemand wartete, jemand kam, um die Ladung herauszuholen, als es schiefging. Der Schmuggelkanal verfügt offensichtlich über mehr als ein Auto und mehr als einen Mann - und er weiß genau, was zu tun ist, wenn die Polizei auftaucht.

Das Innenministerium teilte lediglich mit, es würden „Maßnahmen zur Aufklärung des Falls ergriffen“. Diesen Satz lesen wir seit Monaten, bei jedem zweiten Vorfall. Was heißt das konkret? Sind die Personen identifiziert? Wurden die Fahrzeuge gefunden? Was enthielt die „diverse Schmuggelware“ und welchen Wert hat sie? Nichts davon wurde gesagt - und genau das würde zeigen, ob es sich um eine zufällige Gruppe oder um ein organisiertes Netzwerk handelt.

Blace ist kein anonymer Übergang. Es ist einer der meistbefahrenen Punkte Richtung Kosovo und gilt seit Langem als Ort, an dem Waren leichter durchkommen, als sie sollten. Wenn Schmuggler dreist genug sind, acht Kilometer vor Skopje einen uniformierten Polizisten anzugreifen, sagt das wenig Gutes darüber, wie sehr sie Konsequenzen fürchten.

Der Polizist wird sich erholen. Offen bleibt die Frage, ob jemand zur Verantwortung gezogen wird - oder ob auch das als eine weitere Pressemitteilung endet, in der kein einziger Name steht.