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Eine Zeder von 1644 und ein Eukalyptus von 1876 auf 105 Hektar: Bussaco ist einer von nur vier zertifizierten Therapiewäldern weltweit

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Eine Zeder von 1644 und ein Eukalyptus von 1876 auf 105 Hektar: Bussaco ist einer von nur vier zertifizierten Therapiewäldern weltweit

In Portugal gibt es einen Wald, der gerade einen Titel erhalten hat, den weltweit nur vier Orte tragen: zertifizierter Therapiewald. Der erste auf der Iberischen Halbinsel. Er heißt Bussaco, liegt rund 25 Kilometer von Coimbra entfernt, und man erreicht ihn über Luso, ein kleines Kurstädtchen mit Thermalwasser.

Der Titel klingt nach Marketing, die Zahlen tun es nicht. Einhundertfünf Hektar tragen etwa 250 Baum- und Straucharten, herbeigebracht aus aller Welt: Himalaja-Tannen, australische Akazien, japanische Kampferbäume, brasilianische Araukarien, alles vermischt mit heimischer Korkeiche und Steineiche. Das ist kein Wald, der von selbst gewachsen ist. Das ist eine Sammlung, die jemand über Jahrhunderte gepflanzt hat.

Die ältesten Exemplare zeigen das am besten. Ein aus Tasmanien gebrachter Eukalyptus wurde 1876 gepflanzt. Die Zeder von Bussaco ist noch älter, auf 1644 datiert, und misst heute 26 Meter. In diesem Teil Europas haben wenige lebende Dinge eine so lange ununterbrochene Standzeit am selben Ort.

Die menschliche Schicht ist ebenso dicht. Ein 1628 gegründetes Karmeliterkloster, 1834 aufgegeben. Zehn Eremitenzellen, Brunnen, Aussichtspunkte und mittelalterliche Tore. Die Schlacht von Bussaco fand 1810 genau hier statt. Und über allem das Palasthotel von Bussaco, zwischen 1888 und 1907 im neomanuelinischen Stil nach einem Entwurf von Luigi Manini erbaut, das aus der Ferne eher wie eine Bühne als wie ein Gebäude wirkt. Das gesamte Gelände steht als Nationaldenkmal unter Schutz.

Wer hingeht, dem ist die Route über Jahrhunderte vorgezeichnet. Fonte Fria, die Quelle mit der monumentalen Treppe, ist der Ausgangspunkt für alle. Vale dos Fetos führt durch Farne. Es gibt einen großen See, die Via Sacra mit den Kreuzwegstationen und Cruz Alta auf 545 Metern, den höchsten Punkt, von dem aus man alles sieht. Die Tore Portas de Coimbra und Porta da Rainha markieren noch die alte Grenze des geweihten Bezirks.

Es gibt auch einen Teil, der nichts mit Botanik zu tun hat. Im nahen Mealhada isst man leitao da Bairada, gebratenes Spanferkel, das in ganz Portugal als Referenz gilt. Das Restaurant im Palast führt portugiesische und internationale Küche.

Den Unterschied macht der Begriff „Therapiewald“ selbst. Das ist kein weiterer Wanderweg, sondern die Anerkennung, dass der Aufenthalt zwischen Bäumen eine messbare Wirkung hat und dass sich jemand die Mühe gemacht hat, das nachzuweisen. Auf dem Balkan haben wir Wälder desselben Alters und ebenso gutes Wasser, und fast keiner hat ein Zertifikat oder einen Brunnen, den jemand instand hält. Die Frage ist nicht, ob wir einen solchen Status verdienen. Die Frage ist, wer bei uns überhaupt je einen Antrag gestellt hat.