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Die Unabhängigkeitsfeier kostete 5,5 Millionen Euro: die Ausschreibung lief fünf Tage und brachte ein Angebot

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Die Unabhängigkeitsfeier kostete 5,5 Millionen Euro: die Ausschreibung lief fünf Tage und brachte ein Angebot

Die Feier zum Unabhängigkeitstag sollte „null Denar“ kosten. Inzwischen steht fest: Ausgegeben wurden rund 5,5 Millionen Euro. Davon kommen etwa fünf Millionen aus dem nicht ausgeschütteten Gewinn der Staatlichen Lotterie, weitere rund 40 Millionen Denar von privaten Unternehmen.

Die Opposition fordert eine Untersuchung entlang der Geldspur. Auf einer Pressekonferenz verlangte die SDSM-Vertreterin Maja Borozan, die Regierung möge sämtliche Verträge, Nachträge, Rechnungen, Banküberweisungen und Steuerabrechnungen veröffentlichen, dazu die vollständige Liste der Empfänger, Auftragnehmer, Lieferanten und privaten Geldgeber.

Fünf Werktage und ein Angebot

Von allen gestellten Fragen ist eine schwer zu übergehen. Die öffentliche Ausschreibung lief nur fünf Werktage, und es ging ein einziges Angebot ein.

Für die Deutung dieser Zahl braucht es kein großes Recherchetalent. Wer je mit öffentlicher Beschaffung zu tun hatte, weiß, was eine Fünf-Tage-Ausschreibung mit einem einzigen Bieter bedeutet. Laut Opposition endete die Ausschreibung am 8. Mai, und nur drei Tage später kündigten die Behörden bereits den Auftritt von David Guetta an - einem internationalen Künstler, dessen Engagement über Monate verhandelt wird, nicht über Tage.

Wenn das zeitlich nicht zusammenpasst, lautet die Frage nicht, ob der beste Veranstalter ausgewählt wurde, sondern wann genau entschieden wurde, wer es sein würde.

Was weiterhin verborgen bleibt

Die Namen der Unternehmen, die rund 40 Millionen Denar beisteuerten, sind nicht bekannt, ebenso wenig die Einzelbeträge oder die Grundlage der Zahlungen. Privates Geld für eine öffentliche Feier, ohne öffentliche Liste - eine Konstruktion, die für sich genommen eine Erklärung verlangt.

Es gibt auch keine klare Aufstellung zu etwa 1,75 Millionen Denar aus dem Ticketverkauf. Wer sie eingenommen hat, auf welchem Konto sie landeten, wie sie steuerlich erfasst wurden - nichts davon wurde gesagt.

Ebenso wenig wurde veröffentlicht, was der Guetta-Auftritt kostete: Gage, Produktionspaket, Bühne, Technik, Transport und internationales Team.

Zum Vergleich erinnert die Opposition daran, dass die Feier zum NATO-Beitritt in 15 Städten stattfand, 240.000 Euro kostete - und alle Details und Dokumente veröffentlicht wurden.

Der Abstand zwischen 240.000 und 5,5 Millionen Euro ist für sich schon ein Thema. Der Abstand zwischen veröffentlichten und unveröffentlichten Dokumenten ist etwas anderes. Das Erste ist eine politische Entscheidung darüber, wie viel ausgegeben wird. Das Zweite ist die Frage, ob ein Bürger das Recht hat zu sehen, wo sein Geld gelandet ist.

Die Regierung schweigt vorerst. Und Schweigen auf eine Frage nach fünfeinhalb Millionen Euro ist immer lauter als jede Pressemitteilung.