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Winzer im Tikvesh graben ihre eigenen Rebflächen aus: Vranec bleibt unverkauft

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Winzer im Tikvesh graben ihre eigenen Rebflächen aus: Vranec bleibt unverkauft

Rund um Negotino und im Tikvesh bleiben die Trauben an den Stöcken hängen. Vranec wird nicht abgenommen, und ein Teil der Winzer hat bereits begonnen, die eigenen Rebflächen zu schneiden und auszugraben - Reben, in die sie jahrelang investiert haben.

Die Opposition fordert von der Regierung ein sofortiges Eingreifen und schlägt drei konkrete Maßnahmen vor: eine Anhebung des Ankaufspreises um fünf Denar je Kilogramm, die Abschaffung des Acht-Prozent-Abschlags, der ihren Angaben nach für eine schnellere Auszahlung verlangt wird, und einen Interventionsankauf der unverkauft bleibenden roten Trauben durch den Staat.

Wenn ein Winzer seinen eigenen Weinberg rodet

Das Bild eines Winzers, der Reben ausgräbt, ist keine politische Metapher. Es ist ein wirtschaftliches Urteil. Eine Rebfläche braucht drei bis vier Jahre, bis sie richtig trägt; niemand zerstört sie aus Trotz. Zerstört wird sie, wenn die Rechnung nicht mehr aufgeht - wenn die Pflegekosten alles übersteigen, was der Ertrag einbringen kann.

Und das ist kein Problem einer Ernte. Eine gerodete Rebe kommt mit einer besseren Saison nicht zurück. Verliert das Tikvesh einen Teil seiner Flächen, fehlt dieser Teil das nächste Jahrzehnt - und das Tikvesh ist das, was den Namen „mazedonischer Wein“ jenseits der Grenzen überhaupt bedeutsam macht.

Das Schweigen der Lokalpolitik

Die Opposition fragt auch, wo der Abgeordnete aus Negotino gerade in dem Moment ist, in dem die Winzer ihn am dringendsten bräuchten - und erinnert daran, dass derselbe Mann, als seine Partei in der Opposition war, Videos drehte und die damalige Weinbaupolitik scharf angriff.

Das ist ein altes Balkanmuster und an keine Partei gebunden. Die Winzerfrage ist laut aus der Opposition und leise aus der Regierung. Jeden Herbst wiederholt sich dieselbe Geschichte mit vertauschten Rollen, während der Winzer am selben Fleck mit derselben Ernte steht.

Was den Winzern fehlt, ist kein Mitgefühl. Es ist ein Ankaufspreis, der die Arbeit deckt, und ein Käufer, der auftaucht, bevor die Trauben verderben. Der Streit um fünf Denar je Kilogramm läuft seit Wochen in Regierung und Parlament. Im Weinberg sind diese Wochen der Unterschied zwischen Lese und Bagger.