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Rosmarinöl bringt verlorenes Haar nicht zurück, und reines ätherisches Öl kommt nie direkt auf die Kopfhaut

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Rosmarinöl bringt verlorenes Haar nicht zurück, und reines ätherisches Öl kommt nie direkt auf die Kopfhaut

Rosmarinöl ist wohl der meistwiederholte Haartipp im Internet der letzten Jahre. Es wirkt, sagen die einen. Es wirkt nicht, sagen die anderen. Die Wahrheit ist, wie üblich, langweiliger und brauchbarer als beide Lager.

Luz Aranda, die bei dem Unternehmen hinter mehreren Haarpflegemarken arbeitet, beschreibt die Wirkung präzise, ohne Versprechen: Rosmarin werde „besonders mit der Anregung der Durchblutung der Kopfhaut in Verbindung gebracht“. Das bedeutet Unterstützung für die Follikel und eine bessere Grundlage. „Eine gepflegte Kopfhaut ist die Basis für kräftiges und gesundes Haar“, sagt sie. Mehr nicht. Kein Wort davon, verlorenes Haar zurückzuholen.

Und hier ist der Teil, den das Internet überspringt: Rosmarinöl stoppt den Haarausfall nicht, wenn er bereits begonnen hat. Haarausfall hat unterschiedliche Ursachen, von hormonellen bis medizinischen, und wenn er anhält, geht man zum Facharzt, nicht in die Drogerie. Ein Fläschchen ist keine Diagnose.

Der zweite Teil des Rats ist wichtiger als der erste, und fast niemand sagt ihn: Reines ätherisches Rosmarinöl kommt nicht direkt auf die Kopfhaut. „Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Inhaltsstoffe und müssen entsprechend verdünnt angewendet werden“, sagt Aranda und ergänzt, sie würde stets „eine speziell für die Kopfhaut entwickelte Formulierung“ empfehlen. Also: ein Produkt, in dem Rosmarin ein Inhaltsstoff ist, und kein Fläschchen ätherisches Öl aus dem Gewürzregal.

Die Anwendung ist einfach. Eine kleine Menge vor dem Waschen auf die Kopfhaut. Ein paar Minuten sanfte Massage mit den Fingerkuppen, in kreisenden Bewegungen. Danach in die Längen bis in die Spitzen einarbeiten. Zehn Minuten einwirken lassen, dann mit Shampoo waschen und gut ausspülen.

Wie oft? „Ein- bis zweimal pro Woche reicht. Beständigkeit ist wichtiger“, sagt Aranda. Ob morgens oder abends, spielt keinerlei Rolle.

Das Wort, das die ganze Geschichte trägt, ist „Beständigkeit“ - und genau dieses Wort verkauft sich schlecht. Deshalb bietet die Industrie ringsum alle drei Monate ein neues Produkt an, statt zu sagen, dass man dasselbe Fläschchen zehnmal benutzen muss, bevor man etwas erwarten darf. Ein Rat, der Geduld verlangt, macht keine Inhalte, die geteilt werden.