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Bulgarien: Unterirdische Marihuana-"Stadt" in einem alten Zinkbergwerk nahe der mazedonischen Grenze, 600.000 Euro beschlagnahmt

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Die bulgarische Polizei hat eine riesige illegale Marihuana-Plantage in einem ehemaligen Zinkbergwerk entdeckt. Der Standort liegt nahe der Grenze zu Mazedonien. Ein unterirdisches "geheimes Imperium" - Dutzende Tunnel, Beleuchtung, Bewässerungsanlagen. Und 600.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Das ist keine Amateuraktion. Das ist organisierte Produktion in industriellem Maßstab. Einen alten Bergbaukomplex in eine unterirdische Drogenfarm umzubauen, ist ein komplexes Infrastrukturprojekt. Strom, Belüftung, Wasser, Sicherheit - alles muss geplant werden. Alles muss bezahlt werden. Das Team dahinter ist kein Zufall.

Laut bulgarischen Berichten produzierte die Plantage zehntausende Gramm Marihuana pro Monat. Vertrieb - regional. Über die Grenzen zu Mazedonien, Griechenland, der Türkei. Packer und Kuriere in mehreren Ländern. Klassisches Balkan-Schema der organisierten Kriminalität, mit einem besonderen Trumpf - ein ungenutzter Industrieraum, den niemand überwacht.

Warum gerade dieses Bergwerk? Weil es seit Jahren verlassen war. Die alten Zinkbergwerke der Region verloren Ende der siebziger Jahre an Bedeutung, als die Industrie in Bulgarien und Mazedonien zusammenbrach. Niemand verfolgte, was mit dieser Infrastruktur geschah. Die Kriminalität nutzte das.

Für Mazedonien sollte das ein direktes Signal sein. Wir haben Dutzende verlassene Bergwerke, Fabriken, Industriekomplexe im ganzen Land. Das sind nicht nur Ruinen - das sind potenzielle Standorte für kriminelle Operationen. Beobachtet sie jemand? Weiß überhaupt jemand, wie viele es sind und wo sie liegen? Fragen, die sich die Regierung stellen sollte.

Die bulgarische Polizei deckte den Fall nach monatelanger Aufklärungsarbeit auf. Das Team war professionell. Die beschlagnahmten 600.000 Euro sind nur ein kleiner Bruchteil des gesamten Umsatzes. Der Rest wurde über Strohmänner, reale Investitionen und Immobilien "gewaschen". Das ist modernes Verbrechen im Balkan-Kontext - komplex, organisiert, schwer aufzudecken. Und genau deshalb wächst es, statt zu schrumpfen.