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Kosovo ohne Präsidenten: Sitzung gescheitert, Opposition boykottierte - jetzt drohen Neuwahlen

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Kosovo blieb einen weiteren Tag ohne Präsidenten. Am 28. April 2026 sollte die Versammlung in Prishtina einen neuen Präsidenten wählen - doch die Sitzung scheiterte am fehlenden Quorum. Statt der nötigen 80 Abgeordneten waren nur 64 im Saal. Die Opposition boykottierte die Abstimmung.

Die Partei Vetëvendosje schlug zwei Kandidatinnen für das Präsidentenamt vor, doch ohne die Opposition im Saal kam die Zahl einfach nicht zusammen. Das Verfassungsgericht ist eindeutig: Wenn bis zum 28. April kein Präsident gewählt wird, löst sich das Parlament automatisch auf, und innerhalb von 45 Tagen müssen Neuwahlen stattfinden.

Der rechtliche Rahmen ist streng. In den ersten beiden Wahlgängen sind 80 Stimmen nötig - eine Zweidrittelmehrheit. Im dritten Wahlgang sinkt die Schwelle auf 61. Doch ohne die Opposition im Saal kann kein Wahlgang beginnen. Und die Opposition behauptet, Vetëvendosje habe mit der Art und Weise, wie der Prozess organisiert wurde, gegen die Verfassung verstoßen.

Kosovo hat derzeit keinen Präsidenten, keine Einigung zwischen den Koalitionen und keinen klaren Weg nach vorn ohne Neuwahlen. Eine Balkan-Politikkrise nach klassischem Rezept: Jede Seite beruft sich auf die Regeln, niemand gibt nach, und die Bürger warten in Unsicherheit.