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Charles III. weinte vor dem Kongress: Die Last der Geschichte auf seinen Schultern

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Charles III. hielt heute die Rede, von der die britische Krone seit Jahrzehnten geträumt hatte: vor einer gemeinsamen Sitzung des US-Kongresses. Der zweite britische Monarch in der Geschichte, der vor amerikanischen Gesetzgebern spricht, nach seiner Mutter Elisabeth II. 1991. Eine Parallele, die er selbst zog, mit Tränen in den Augen.

"Ich spreche zu dieser Gemeinsamen Sitzung und spreche im Namen der Königin und in meinem eigenen", waren seine ersten Worte. Dann kam der Moment, den der ganze Saal bemerkte: "Es ist schwer, nicht die Last der Geschichte auf meinen Schultern zu spüren."

Der König wich aktuellen Themen nicht aus. Den Angriff auf das Kapitol 2021 erwähnte er direkt: "Gewalt wird niemals erfolgreich sein, ungeachtet unserer Unterschiede." In einem Land, in dem die Hälfte der Bürger immer noch behauptet, ihre Wahlen seien gestohlen worden, war das keine diplomatische Garantie - es war eine Botschaft.

Über Elisabeth sprach er mit brechender Stimme: "Ich kann nicht anders, als an meine verstorbene Mutter, Königin Elisabeth, zu denken, die 1991 ebenfalls diese große Ehre hatte." Eine Szene, in der ein 76-jähriger König zum Sohn wird, der seiner Mutter Tribut zollt. Die Kameras verpassten keinen einzigen Frame.

Charles zählte seine Verbindungen zu Amerika auf - dies ist sein zwanzigster Besuch in den USA, der erste als König. Er erwähnte auch König Georg VI., seinen Großvater, als ersten britischen Monarchen, der 1939 Amerika besuchte.

Doch hinter den ergreifenden Tönen lag auch eine Warnung. "Wir befinden uns in einer neuen Ära, veränderlicher und gefährlicher", sagte Charles. Die Herausforderungen seien "zu groß, als dass irgendeine einzelne Nation sie allein tragen könnte". Eine Erinnerung an die Gastgeber, dass das Bündnis weder automatisch noch ewig ist: "Unser Bündnis kann sich nicht auf vergangene Errungenschaften verlassen oder annehmen, dass die Grundprinzipien einfach überleben."

In den Kafanas auf dem Balkan werden solche Reden aufmerksam gelesen. Wenn ein 76-jähriger Monarch das dem Amerika Donald Trumps sagt, muss man zwischen den Zeilen lesen. Glaubt London noch, dass Washington der alte Verbündete ist - oder tut es nur so, während es unter dem Tisch nach Alternativen sucht?