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US-Gericht entscheidet: Kroatien muss 286 Millionen Dollar an Ungarns MOL zahlen

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Ein US-Gericht hat den Schiedsspruch bestätigt und Kroatien verpflichtet, dem ungarischen Ölkonzern MOL insgesamt 286 Millionen Dollar zu zahlen. Die Entscheidung des Bundesbezirksgerichts in Washington vom 28. April 2026 geht auf einen Fall aus dem Jahr 2013 zurück - damals leitete MOL ein Verfahren beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) ein, wegen angeblicher Verstöße gegen den Energiecharta-Vertrag im Zusammenhang mit der Investition in den kroatischen Ölkonzern INA.

Das Schiedsgericht hatte 2022 183 Millionen Dollar zugunsten von MOL zugesprochen. Mit aufgelaufenen Zinsen ist die Summe heute auf 286 Millionen gestiegen. Kroatien versuchte, die Vollstreckung mit dem Argument der staatlichen Souveränität zu blockieren - das Gericht wies es zurück. Der Staat prüft nun parallel Rechtsmittel und führt Verhandlungen über eine gütliche Einigung.

Der Fall ist für die Region bedeutsam, weil er die Realität internationaler Investitionsschiedsverfahren zeigt: Der Staat kann verlieren, und Gerichte dritter Länder - in diesem Fall der USA - haben die Befugnis, das Urteil zu vollstrecken. Für den Balkan, wo ausländische Investoren häufig behaupten, manipuliert oder ungerecht behandelt worden zu sein, ist das keine abstrakte Rechtstheorie.

Ob Kroatien zahlt, Berufung einlegt oder die Summe verhandelt - alles noch offen. Doch die Zahl ist konkret: 286 Millionen Dollar. Eine Rechnung, die weiter wächst, während verhandelt wird.