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19-jähriger Gründer sammelt 11 Millionen Dollar für Ghost: ein Computer ohne Bildschirm für 3.499 Dollar, der alles über dein Leben wissen soll

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19-jähriger Gründer sammelt 11 Millionen Dollar für Ghost: ein Computer ohne Bildschirm für 3.499 Dollar, der alles über dein Leben wissen soll

Zain Javaid ist 19 und hat sich schon als Quant versucht - als Trader, der mit Mathematik und Daten entscheidet. Es langweilte ihn. Dann kam 2022 ChatGPT heraus. „Ich war so aufgeregt wie nie zuvor“, erzählt er. Aus dieser Aufregung entstand Ghost, ein Startup, das nach einem Jahr Arbeit im Verborgenen mit 11 Millionen Dollar (rund 9,5 Millionen Euro) Startfinanzierung an die Öffentlichkeit ging. Angeführt wird die Runde von Andreessen Horowitz, beteiligt sind auch Abstract, Audacious Ventures, SV Angel und Nova. Das Gründerteam ist so jung wie die Idee: Nicholas Chua (19), Yifei Chen (24) und Gautam Sharda (23).

Das erste Produkt heißt Core - ein Personal Computer, gebaut ausschließlich für KI-Agenten, also Programme, die in deinem Namen handeln. Die Idee: Alle deine Daten, vom Desktop über Apps bis zu den Smart-Home-Geräten, sollen in einer Box zusammenlaufen, die ständig als Assistent arbeitet. Drin steckt die Grafikkarte Nvidia RTX Pro 4000 SFF Blackwell, im Preis von 3.499 Dollar (rund 3.000 Euro) enthalten. Einen Bildschirm gibt es nicht - Javaid nennt es ein „Gehirn in der Box“, erreichbar über Telefon oder App. Ausgeliefert wird sie mit drei vorinstallierten Modellen: Qwen-3.8-Next, Qwen-3.8-27B und Gemma-4-31B, weitere lassen sich von Hugging Face hinzufügen. Bestellungen sind offen, die Auslieferung ist für die letzte Oktoberwoche geplant, montiert werden die Geräte in San Francisco.

Das große Versprechen ist Privatsphäre. Modelle und persönliches Gedächtnis laufen lokal, alles ist verschlüsselt, und laut dem Gründer können weder ein Cloud-Anbieter noch Ghost selbst wirklich auf die Daten zugreifen. „Der Nutzer besitzt all das. Sobald du die Hardware kaufst, wird alles auf dem Gerät gespeichert, ausgeführt und verarbeitet“, sagt Javaid. Das Gerät ist so programmiert, dass es weiterläuft, auch wenn die Firma dichtmacht. Neue Modelle kommen per Fernupdate, „ähnlich wie bei Tesla“.

Sein Beispiel, wie Core funktionieren soll, sagt mehr als jede Broschüre: Die Box schickt dir von selbst eine Benachrichtigung, dass du vielleicht krank wirst, weil sie bemerkt hat, dass dein Ruhepuls erhöht ist, im Computerverlauf gesehen hat, dass du bis spät gearbeitet hast, und weiß, dass in San Francisco Grippesaison ist. Für die einen ist das Fürsorge. Für die anderen ein Gerät, das mehr über dich weiß als dein Hausarzt - und die Box bezahlst du selbst. Ist Verschlüsselung Trost genug, wenn alle Spuren deines Lebens an einem Ort liegen?

Die Konkurrenz schreckt ihn nicht, sagt Javaid, nicht einmal, wenn der Mac Mini zur Sprache kommt, den viele bereits für KI-Werkzeuge umrüsten. Apple habe gute Hardware, räumt er ein, aber das Gewicht liege in der Software: wie das Modell über dein Leben nachdenkt, wie es sich erinnert und wann es reagiert. „Wenn wir daran scheitern, wird nicht Apple der Grund sein“, sagt er. Ein ehrlicher Satz für einen 19-Jährigen mit 11 Millionen Dollar fremden Geldes - ob die Box das Geld rechtfertigt, wird sich zeigen.