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DoorDash baut eigene Lieferdrohnen: Die Software entscheidet jetzt, ob ein Mensch, ein Roboter oder ein Fluggerät die Bestellung bringt

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DoorDash baut eigene Lieferdrohnen: Die Software entscheidet jetzt, ob ein Mensch, ein Roboter oder ein Fluggerät die Bestellung bringt

Das Essenslieferunternehmen DoorDash hat beschlossen, nicht länger bloß eine App zu sein, die Restaurants mit Menschen verbindet, die in fremden Autos fahren. Es stellte DoorDash Air vor - ein eigenes Drohnenliefergeschäft, samt eines Fluggeräts, das es selbst entwirft.

Die Ankündigung kam, nachdem das Unternehmen von der US-Luftfahrtbehörde ein Part-135-Zertifikat erhalten hatte, jenes Dokument, das ihm erlaubt, in den USA legal als kommerzieller Drohnenbetreiber zu arbeiten. Das ist die Genehmigung, nicht der Start. Einen konkreten Termin für den Betriebsbeginn nannte das Unternehmen nicht; die ersten Schritte dürften begrenzte Pilotprogramme über kurze Distanzen sein, bei denen die Drohne im Sichtfeld des Bedieners bleibt.

Für autonome Flüge über längere Strecken braucht DoorDash eine weitere Freigabe - jene für Flüge außerhalb der Sichtweite, die bislang Amazon, Wing und Zipline erhalten haben. Die Schlange am Schalter ist also bekannt, und sie ist nicht kurz.

Interessant ist, dass das Unternehmen bestehende Partnerschaften nicht aufkündigt. Die Zusammenarbeit mit Wing, einer Alphabet-Firma, begann 2022 in Australien und weitete sich auf mehrere US-Städte aus, darunter 2024 Dallas-Fort Worth. Auch die Partnerschaft mit Flytrex bleibt bestehen. Mit anderen Worten: Man baut Eigenes, lässt fremde Drohnen aber nicht los, bevor die eigenen fliegen. Das ist kein Enthusiasmus, das ist Kalkül.

DoorDash Air ging aus DoorDash Labs hervor, demselben Forschungsteam, das Dot entwickelte - den autonomen Gehwegroboter, der im September 2025 vorgestellt wurde. Dieser Roboter ist heute in den Vororten von Phoenix - Tempe, Mesa, Gilbert und Chandler - sowie in Fremont in Kalifornien im Einsatz.

Mitgründer und Produktchef Stanley Tang behauptet, all das habe einen roten Faden. „Wir sind nicht von der Frage ausgegangen: Was ist die coolste autonome Technologie, die wir bauen können? Wir sind von den Grundlagen ausgegangen: Was ist das echte Kundenproblem, das gelöst werden muss", schrieb er im Beitrag, mit dem DoorDash Air angekündigt wurde.

Seiner Erklärung nach ist das Wichtigste weder die Drohne noch der 160 Kilogramm schwere Roboter, sondern die Software, die entscheidet, welche Lieferart für die konkrete Bestellung genutzt wird. Das Team hat bereits ein System namens Autonomous Delivery Platform gebaut, das Dot, die menschlichen Fahrer und bald die Drohnen koordiniert. Tang nutzte das auch als Stellenangebot: „Die meisten Autonomie-Unternehmen arbeiten an einer Ebene. Bei DoorDash arbeitest du an allen gleichzeitig; niemand sonst betreibt solche Systeme in einem einzigen Netzwerk."

Der Satz ist gut gebaut, aber es lohnt sich, ihn auch rückwärts zu lesen. Ein Unternehmen, dessen Modell auf Menschen beruht, die ohne garantierten Lohn ihre eigenen Autos fahren, baut nun eine Plattform, auf der ein Algorithmus wählt, ob ein Mensch, ein Roboter oder ein Fluggerät die Bestellung bringt. Der Mensch bleibt im System - aber als eine von mehreren Optionen, nicht als das System selbst. Jede neue Autonomieebene bedeutet einen Anruf weniger an jemanden, der am Telefon auf einen Auftrag wartet.

Kommt das bald auf unsere Straßen? Kaum - die ganze Sache hängt vorerst an einer US-Behörde und an Pilotprogrammen in ein paar Vororten. Doch das dort getestete Modell ist kein Drohnenmodell. Es ist ein Modell dafür, wer in der Lieferkette noch gebraucht wird, sobald die Software besser rechnen lernt als wir.