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23.04.2026
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12.04.2026
Die nächste Schlacht in der Telefonwelt geht nicht um Kamera oder Akku. Sie geht darum, ob das Telefon überhaupt dir gehört. Apple, Samsung und die anderen wetten darauf, dass Leasing, Abo und garantierter Rückkauf dich dazu bringen, das Gerät häufiger zu wechseln, als du willst.
Diese Woche startete Apple Apple Upgrade in den USA, gemeinsam mit Klarna. Du zahlst monatlich für iPhone, Mac, iPad oder Apple Watch und wählst dann - Upgrade, Rückgabe oder am Ende Kauf. Samsung macht dasselbe bereits in Indien mit dem Programm Galaxy Forever, wo die Finanzierung mit einem garantierten Rückkauf gebündelt ist. In der Bilanzkonferenz am Donnerstag sagte Konzernchef Tim Cook, das Programm erleichtere es Kunden, die ihr Gerät in regelmäßigen Abständen wechseln wollen, und fügte hinzu, gerade der hohe Wiederverkaufswert ihrer Geräte mache dieses Modell rentabel.
Warum jetzt? Weil die Leute aufgehört haben zu kaufen. Geräte werden teurer, weil Speicher und andere Komponenten knapper wurden, und neue Modelle bringen immer kleinere Verbesserungen, sodass das alte Telefon weiterhin völlig solide läuft. Das Analysehaus Counterpoint Research schätzt, dass sich der durchschnittliche weltweite Austauschzyklus in diesem Jahr auf vier Jahre dehnt, gegenüber dreieinhalb im Vorjahr. In den USA behalten Besitzer teurer Telefone diese laut IDC heute im Schnitt 42 Monate, gegenüber zuvor 38 bis 40. Der Absatz fällt also nicht, weil die Leute ärmer wurden - er fällt, weil alte Telefone aufgehört haben, rechtzeitig kaputtzugehen.
Jedes Modell hat seine Rechnung, aber nicht dieselbe
Es gibt ein zweites, selten ausgesprochenes Motiv. „Diese Programme funktionieren im Kern nicht ohne einen Sekundärmarkt", sagt Max Weinbach, Analyst bei Creative Strategies. „Der einzige Weg, den Markt für gebrauchte und aufbereitete Geräte am Leben zu halten, ist, dass diese Geräte in ihn hineinkommen - und Leasing und garantierter Rückkauf ermöglichen genau das." Mit anderen Worten: Der Hersteller will dir nicht nur ein neues Telefon verkaufen, er will auch dein altes zurück, um es erneut zu verkaufen.
Für wen lohnt es sich? „Leasing ist sicher nicht für jeden, kann aber Sinn ergeben, besonders für jemanden, der oft aufrüstet", sagt Matt Schulz, Chefanalyst für Verbraucherfinanzen bei LendingTree. Wer sein Telefon drei, vier oder fünf Jahre behält, fährt seiner Ansicht nach fast immer besser, wenn er es schlicht kauft. Weinbach ergänzt, formal handle es sich nicht um ein gewöhnliches Leasing: „Das ist ein Upgrade-Programm, umgesetzt über ein Leasing, und nicht bloß ein Mietprogramm. Die Absicht ist, dass der Nutzer das Gerät alle 12 bis 36 Monate zurückgibt, weil er ohnehin aufrüsten will."
Die ehrlichste Antwort kam von Navkendar Singh, Vice President für Geräteforschung bei IDC: „Der eigentliche Treiber sind nicht kürzere Upgrade-Zyklen, sondern der Schutz der Marge und die Kundenbindung, während der Preisdruck wächst." Das ist ein Satz, den man zweimal lesen sollte. Das Ziel ist nicht, dir das Telefon zugänglicher zu machen - das Ziel ist, dass du nicht zur Konkurrenz gehst.
Die Idee, ein Telefon monatlich zu bezahlen, ist nicht neu, schon gar nicht in den USA, wo Mobilfunkanbieter seit Jahren an einen Vertrag gekoppelte Ratenzahlung anbieten. Neu ist, dass die Hersteller diese Beziehung nun selbst halten wollen, ohne Zwischenhändler. „Gerade die zinslose Finanzierung über 36 Monate und aggressive Inzahlungnahmen von bis zu 1.100 Dollar haben den US-Markt zu dem mit den höchsten Durchschnittspreisen für Telefone gemacht", sagt Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC. Die bestehenden Raten- und Eintauschmodelle halfen Apple und Samsung, gemeinsam über 80 Prozent des amerikanischen Marktes zu halten.
Der Wandel öffnet auch kleineren Firmen Raum. Das indische BytePe, das Abomodelle für Telefone und andere Elektronik anbietet, gibt an, über 80 Prozent seiner Kunden wählten das Abo statt Kauf oder klassischer Ratenzahlung. Gründer Jayant Jha sagt, der typische Kunde sei ein junger Mensch im ersten oder zweiten Job, der ein teures Telefon will, ohne die volle Summe im Voraus zu zahlen. Ähnliche Firmen gibt es in Europa - das britische Raylo und das deutsche Grover bauen ihr Geschäft genau auf monatlichem Elektronikleasing auf.
Tarun Pathak, Research Director bei Counterpoint Research, formuliert das Motiv ohne Verpackung: „Das Kernziel ist, den Lebenszeitwert des Kunden zu erhöhen - durch bessere Bindung, vorhersehbare Upgrade-Zyklen und einen stabilen Zufluss eingetauschter Geräte für zertifizierte Aufbereitung und Weiterverkauf." Zu lesen als: Du bist ein Zyklus, kein Kunde.
Dennoch behauptet niemand, das Eigentum verschwinde. Mandeep Manocha, Mitgründer der indischen Eintausch- und Aufbereitungsplattform Cashify, erwartet, dass die drei Modelle nebeneinander bestehen: „Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung und werden weiter existieren. Es gibt einen natürlichen Übergang, der vom vollen Eigentum zum Leasing führen kann, aber das ist eine lange Reise." Sogar Popal von IDC meint, das neue Apple-Programm werde beim Mac-Absatz mehr Spuren hinterlassen als beim iPhone.
Eine Frage bleibt, die keiner der Analysten laut gestellt hat. Wird das Telefon zu einer monatlichen Rechnung, die nie aufhört, dann existiert der Moment, in dem das Gerät endlich dir gehört - jener Moment, in dem du aufhörst zu zahlen - schlicht nicht. Bisher war ein teures Telefon etwas, das man einmal kauft und behält, solange es läuft. Das neue Modell verspricht, dass es neuer sein wird. Es verspricht nicht, dass es dir gehört.
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