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Zehn Stieglitze in einem Käfig in Prilep: die alte Gewohnheit, die weiterhin eine Straftat ist

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Zehn Stieglitze in einem Käfig in Prilep: die alte Gewohnheit, die weiterhin eine Straftat ist

Polizeibeamte der Dienststelle Prilep durchsuchten die Wohnung eines 46-jährigen Prileper Bürgers und fanden zehn Vögel der Art Carduelis carduelis - Stieglitze - in einem Käfig eingesperrt. Vögel und Käfig wurden beschlagnahmt, die Durchsuchung erfolgte auf Anordnung des Basisgerichts Prilep.

Die Durchsuchung fand am 12. August um 13:35 Uhr statt, wegen Verdachts auf die Straftat der Tötung oder Vernichtung geschützter Arten wilder Flora und Fauna nach Artikel 232-a des Strafgesetzbuchs. Nach vollständiger Dokumentation des Falls folgt die entsprechende Anzeige.

Der Stieglitz ist in Mazedonien wie im übrigen Europa eine geschützte wilde Art. Ihn aus der Natur zu fangen, in Gefangenschaft zu halten, mit ihm zu handeln oder ihn zu töten, ist streng verboten und strafbar.

Hier kommt der Teil, den viele nicht kennen. Singvögel im Käfig zu halten, ist in dieser Region eine alte Gewohnheit und gilt als harmloses Hobby, fast wie das Halten eines Kanarienvogels. Der Unterschied: Der Kanarienvogel wird gezüchtet, der Stieglitz gefangen - und jeder gefangene Vogel ist einer weniger in der Natur.

Zehn Vögel in einer Wohnung sind keine Geschichte über industriellen Handel. Doch der Fang funktioniert als Kette: Einer fängt, einer kauft, einer hält. Dieser Fall zeigte das letzte Glied. Die Frage, die der Polizeibericht nicht beantwortet, lautet, ob überhaupt jemand danach sucht, wer sie gefangen hat und wo sie verkauft werden.