Schwarzer Rauch über Skopje: Lager für Farben und Lacke im alten Stahlwerk brannte
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Ein Monat. So lange haben die Menschen in Gostivar kein Trinkwasser aus dem Hahn. Nicht einen Tag, nicht eine Woche - einen Monat und länger. Und in diesem Monat war das Konkreteste, was sie bekamen, der Satz, die Lage sei „deutlich verbessert, aber es braucht Zeit”.
Stojanče Angelov, Leiter des Krisenstabs, erklärte, die Wasserqualität in Gostivar habe sich deutlich verbessert und die jüngsten Befunde seien weit besser als die vorherigen, doch es brauche Zeit, bis das Wasser als trinkbar eingestuft werden könne. Bis dahin bleibt es technisch nutzbar - zum Waschen, nicht zum Schlucken.
Die Zahl, die das ganze Gewicht der Geschichte trägt, ist eine andere: über 4.000 gemeldete erkrankte Bürger. Das ist keine Statistik für einen Bericht, das sind viertausend Menschen, die an etwas erkrankt sind, das 2026 in einer europäischen Stadt aus einem öffentlichen Wasserhahn kommt.
Es gibt auch einen positiven Trend. Klinikdirektor Emri Bajrami sagt, die Zahl der Patienten sei deutlich gesunken und auf der Infektionsstation seien nur noch zwei Fälle mit milden Symptomen stationär. Der Gesundheitsminister bestätigte, dass in den entnommenen Proben mehrere Bakterien und Viren nachgewiesen wurden, wobei die Befunde je nach Entnahmeort variierten.
Wer bezahlt Wasser, das man nicht trinken darf
Der Ombudsmann legte eine Empfehlung vor, die auch ohne jeden juristischen Kommentar einleuchtet: Die Bürger von Gostivar sollen für den Zeitraum, in dem das Wasser verunreinigt und nicht trinkbar war, von den Wasserrechnungen befreit werden. Er erinnerte daran, dass es einen Präzedenzfall gibt - in Struga hat der Gemeinderat für die Zeit der Verunreinigung genau eine solche Entscheidung getroffen.
Die Antwort der Gemeinde lautet, die Frage werde „geprüft”, sie steht aber noch nicht auf der Tagesordnung des Rates. Die Regierung hat außer der Bereitstellung von Trinkwasser keine weitere Hilfe geleistet.
Die Verunreinigung wurde Anfang Juli entdeckt und betraf rund 5.000 Menschen; danach wurde eine Epidemie ausgerufen. Drei Beschäftigte des kommunalen Versorgungsbetriebs wurden wegen des Verdachts einer schweren Umweltstraftat festgenommen. Der Ombudsmann kündigte zudem eine Untersuchung zur Sicherheit der Wasserquellen und zur Leistungsfähigkeit der öffentlichen Trinkwasserbetriebe an.
Und hier ist die Zahl, die den ganzen Fall am besten erklärt: Ein Wasserversorgungsprojekt im Wert von 7,2 Millionen Euro bleibt unvollendet und ist Gegenstand von Ermittlungen. Sieben Millionen Euro für ein System, das nicht funktioniert - und ein Einwohner, der weiterhin eine Rechnung für Wasser bekommt, das er nicht trinken darf. Wer wird dafür geradestehen - und wird es überhaupt jemand?
Der Präzedenzfall Struga zeigt, dass die Lösung für die Rechnungen existiert und kein neues Gesetz braucht. Sie braucht eine Entscheidung. Nach einem Monat ist die Frage nicht mehr technisch - sie lautet, ob die Gemeinde den Bürger für einen Schuldner oder für einen Geschädigten hält.
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